Druckschrift 
Ein verschollenes Adelsgeschlecht der Oberlausitz in Preussen : [Koblitz oder Colbitz] ; nebst einigen Gedanken über die Nationalität alter oberlausitzircher Adelsgeschlechter
Entstehung
Seite
3
Einzelbild herunterladen
 

Ein verschollenes Adclsgeschlecht der Oberlausitz in Preußen, Z

Ein besonderes Interesse hat mir schon vor sehr langer Zeit die indem fruchtbarsten Theile Ostpreußens fast 250 Jahre laug ansässig gewesene,vor 130 Jahren erloschene Familie v. Colbitz oder Kalbitz eingeflößt, nichtsowohl wegen gewisser Beziehungen zu meiner eigenen, sondern weil dieQuelleil über sie, die stets nur in sehr bescheidenen Verhältnissen und mithöchst geringem Grundbesitz und meistens nur in schwacher Ausbreitungexistirte, anfänglich überaus spärlich flössen und erst gelegentlich einstigerlängerer Forschungen und Entdeckungen im Königsberger Staatsarchiv unddem Archiv des Ostpreußischen Tribunals, dem ich einst selbst angehörte, er-weitert werdeil konnten. Nannte doch keines der älteren Adelslexica bis auf das1839 erschienene, vom Freih, v, Zedlitz und das im Jahre 1853 vom Freih,v. Ledebur Heralisgegebene auch nur ihren Namen. Aber dort (I. Suppl.S. 279) wie hier (I. S. 456) fand die Familie nur in kürzester Weise eineungenügende Erwähnung im Auszuge aus des Ordensraths König spärlichenhandschriftlichen Aufzeichnungen, die fast nur die gleich zu erwähnendeüberaus kurze Notiz des Kirchenraths Hennig über die Familie uinfassen.JIm v. Ledeburschen Werke beschränkte sich die Angabe nur auf die Namhaft-machuug der Heimath Meißen und die Namen des Grundbesitzes, ohne daßihr Wappen angegeben werdeil konntet) Freilich war dies wenigstensnicht die erste Erwähnung des Namens Colbitz (Kalbitz) in der gedrucktenLitteratur. Denn schon im Jahre 1725 enthielt diesen das „ErleutertePreußen" in einem Verzeichnisse der Preußischen Adelsgeschlechter (II. S. 365)und einige Decennien später ein gleiches Nerzeichniß v. Caspari'sst den-selben (v. Kalbitz). Genealogische Daten über die Familie aber fehltengänzlich in der Litteratur, bis der Kirchenrath Hennig, Bibliothekar derv. Walleurodtscheu Bibliothek zu Königsberg, gegeil das Ende des vorigenJahrhunderts st über das Geschlecht eine zehn Zeileil betragende, nur dürftigeAngabe inachte, die er lediglich den bekannten im vorliegenden Falle aberebenso unzulänglichen Aufzeichnungen des bekannten Preußischeil Adels-genealogen Hofrath vr. Nabe in der gedachten Bibliothek entlehnt hatte. DieseAufzeichnungen Rabe's beziehen sich nur auf den 1752 verstorbeneil OttoFriedrich v. C. und dessen 3 Kinder (neben denen ein Sohn fehlt), welchedie Letzten ihres Stammes in Preußen und des ganzen Geschlechts überhauptwaren. Angabeil über die Heimath und Herkunft der Familie, sowie überihr Wappen fehleil gänzlich. Freilich hatten auch die ältereil PreußischenGenealogen C. Hennenberger im 16. und Z. Härtung im 17. JahrhundertNichts von der Familie anzuführen gewußt, ein Beweis, daß sie zu den

st In dei 4. Zeile bei v. Zedlitz sind dazu auch noch die Gutsnamcn Skandau undPaslnck corrumpirt und Frau v. Rauttcr ist zu einer Schwester statt Tochier des nicht 1754sondern 1752 verstorbenen Otis Friedrich v. C. gemacht.

st Die Hcimathsangabc ist aus der 1853 erschienenen Matrikel des Preuß. AdelssScparatdruck der Preuß. Prov.-Blätter) S. 14 entlehnt. Die den Gütern beigefügten,kein richtiges Bild gebenden Zahlen sind der König'schcn Sammlung entnommen, außerdemaber die Namcu der Güter Schadau und Wassel eingetragen, welche die Familie nie besessenhat, auch ist Narreitcn zu lesen.

st In seiner Uebcrsetzung und Erweiterung der Dissertation v. Ncttclhorsts über denUrsprung der alten Preuße» (d. h. zumeist des Preuß. Adels) S. 87.

st Im Preuß. Archiv herausg. von der Kgl. Deutsch. Gesellschaft Jahrg. 1791. S 187.

1*