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Ein verschollenes Adelsgeschlecht der Oberlausitz in Preussen : [Koblitz oder Colbitz] ; nebst einigen Gedanken über die Nationalität alter oberlausitzircher Adelsgeschlechter
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2 Ein verschollenes Adclsgeschlccht der Obcrlansitz in Preußen.

selbst, genöthigt, entweder in Hof- oder Kriegsdiensten ihres Landes- undLehnsherrn oder in dem fremder Herren ihren Unterhalt zu erwerben undihr Glück zu versuchen oder auch den Eintritt in einen geistlichen Ritterordenzu erstreben, der, wenn er nicht die Tchatenlust der jungen Edellente befriedigte,ihnen doch eine lebenslängliche Versorgung bei standesgemäßer Stellung dar-bot. Dem armen Adel war bei seiner Mittellosigkeit der Eintritt in dieDomcapitel, wenn sie nicht einem mönchischen Orden angehörten, verschlossenund unerreichbar. Den Eintritt in Klöster und überhaupt in mönchischeOrden pflegte der junge Adel, als nicht standesgemäß — wenn er nicht vonAsceten unter ihnen nachgesucht wurde — zu meiden und am ehesten war esnoch die Stellung als schlichte Landpfarrer an Kirchen, deren Patronat ihremGeschlechte zustand, welche von den dazu sich eignenden jüngeren Edelleutenselbst hochadeliger Herkunst (z. B, aus dem Stamme der Herren zu Dohnaund zu Jlebnrg) mitunter bekleidet wurde.

Begreiflicherweise gehören solche kleine, arme, „auf einer Scholle Land"lebende Geschlechter, eben weil sie auch in den uns noch überlieferten Urkundenhöchst selten erwähnt werden oder hervortreten, nicht zu den bekannteren. Kaumihre Namen, die wenn nicht nur einmal, so in Zwischenräumen von vielenDecennien auftauchen, sind das Einzige, was man von ihnen weiß oder die dürftigeNotiz, daß ein oder zwei ihrer Mitglieder vor grauen Jahren einmal belehntworden. Und wenn solche Geschlechter in ihrer Heimath früh erloschen odernoch während des Mittelalters in die Fremde ausgewandert und dort ver-schollen waren, nannte keine Urkunde, keine Schrift mehr ihre Namen, amwenigsten jene Werke, welche im Allgemeinen — oft mit Ironie auf ihrenTitel — sich die Auszählung der deutschen Adelsgeschlechter oder die Vor-führung ihrer Wappen zum Gegenstande gemacht haben.

So kommt es, daß zunächst selbst ausführliche historische undgenealogische Werke oder kurz gesagt die betr. Litteratur über die Heimath undden Stamm im fernen Osten plötzlich auftretender Adelspersonen, deren Herkunftaus Deutschland unzweifelhaft feststeht, deren Namen aber nicht zu den all-bekannten oder doch vielgenannten gehören, jede Auskunft schuldig bleiben.Selbstredend gehört aber eine sehr specielle Kenntniß mindestens der Nomen-claturen der Ritterschaften verschiedener deutscher Länder, Ländchen und Reichs-gebiete in verschiedenen Perioden nebst dem Studium der vielfach erst inneuerer und neuester Zeit veröffentlichten betr. Urkundenwerke dazu, um denUrsprung und die Heimathlichkeit mancher in Preußen im IS. Jahrhundertauftretender oder hier ansässig gewordener Adelspersonen festzustellen, wasmitunter erst nach längeren eingehenden Forschungen hier plötzlich, dort zu-fällig gelungen ist, wie etwa bei den v. Ploßdorf, Fassmann, Markelingerode,oft überhaupt nicht, wenigstens nicht mit völliger Gewißheit. Sind doch selbstaus der Reihe der Hochmeister des Deutschen Ordens die Geschlechter, denenHeinrich Dusmer v. Arffberg und Ludolf König v. Weitzau entsprossen waren,bisher noch nicht nachgewiesen, mit Sicherheit die Familien der HochmeisterPaul Vellenzer v. Rußdorf und Heinrich Reffle v. Nichtenberg entdecktund die Familie Willrichs v. Kniprode ist erst vor nicht langer Zeit näherbekannt geworden.