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Theil 2 (1837)
Entstehung
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Mein letzter Besuch war dem Emir Kassem ge-widmet, der in einem eigenen Pallaste wohnt. Erempfing mich mit ausgezeichneter Höflichkeit. Er giltfür den am wenigsten geistreichen unter den Söhnendes Fürsten des Berges. Ich will das nicht beur-theilcn; allein ich fand an ihm das liebenswürdigsteGlied der ganzen Familie. Er stellte mir seinen Sohnund seine Tochter vor, die beyde sehr gut erzogen sind.Die junge Prinzessinn, die 16 Jahre alt ist, besitzteine seltene Schönheit; aber, was noch mehr ist, aucheine seltene Bescheidenheit. Ich war nicht wenig er-staunt, sie ein sehr großes Horn auf dem Kopfe tra-gen zu sehen. Es ist dieß eine Zierde beynahe allerverheiratheten Frauen des Libanon. Das Horn istnach dem Range der Personen mehr oder wenigerhoch; das der Prinzessinn mag wohl 2V- Fuß langseyn; sie allein dürfen es tragen, ohne verheirathetzu seyn. Diese sonderbare Zierde hat die Gestalt einesSprachrohres. Es ist von Silber oder von Gold.Die Frauen des Libanon hängen einen großen Schleierdarüber, und die Liebe zu diesem Schmuck geht beyeinigen bis zur Leidenschaft. Sie trennen sich nie vonihm, weder in gesunden noch in kranken Tagen, undselbst auf dem Sterbebette nicht; sie sterben in diesemKopfputze. Nachher wird das Horn verkauft, undder Erlös gewöhnlich dazu verwendet, für die Seeleder Verstorbenen Messen lesen zu lassen, woher viel-leicht die Neigung kommen mag, deren Gegenstandes ist.