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Theil 2 (1837)
Entstehung
Seite
281
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Die Seide macht den größten Reichthum der Bewoh-ner des Libanon aus; wenn die Seidenärnte fehlschlägt,dann gerathen sie in Noth und sind zu Grunde ge-richtet.

Endlich nach drey Stunden kamen wir im Klosterzu Larissa an, das außerordentlich hoch liegt. An derPforte fanden wir einen Greis, der uns erwartete.Haare, weiß wie Schnee, ein Bart, eben so weiß, derbis atr das Ende der Brust hinabrcichte, gaben ihmdas ehrwürdigste Aussehen. Seine Gesichtsfarbe warweiß und roth; sein Lächeln das eines Engels. Ichhätte ihn gern für einen jener Greise gehalten, die denThron des Lammes umgeben, dem erlaubt worden,für einen Augenblick auf die Erde herabzusteigen. Ersagte zu mir in deutscher Sprache: »Guter Bater undLandsmann, seyen Sie herzlich willkommen!« Es warder Pater Vital Filkuka, geboren im Jahre 1757 inJamnitz in Mähren. In seiner Jugend hatte er alsFranziskaner die Gelübde abgelegt. Als Kaiser Josephdie Klöster aufhob, wurde er Pfarrer in Kirchwieder,im Jglauer Kreise, wo er mehr als 30 Jahre lang blieb.

In einem Alter von so Jahren bat er um die Er-laubniß, seine Tage in Palästina in einem Hause deSOrdens, dem er durch sein Gelübde angehörte, beschlie-ßen zu dürfen, und erhielt sie nur nach vielen Schwie-rigkeiten. Er hatte das Amt eines Guardians in Na-zareth versehen, wo sein Name gesegnet ist. Seit fünf-zehn Jahren dient seine Tugend, seine zarte, gefühlvollenachsichtige Frömmigkeit diesem Lande zur Erbauung.