Druckschrift 
Theil 2 (1837)
Entstehung
Seite
278
Einzelbild herunterladen
 

273

und verhältnißmäßig dick. Die Aussicht ist sehr schön;man übersieht ein fruchtbares Thal, das sich bis anSMeer hinzieht.

Vor meinen Augen und in geringer Entfernung lagdie schöne Winterwohnung, welche der gegenwärtigeLegat, Herr Lozanna, Bischof von Abydos, ein Prälatvon großem Verdienste, hat bauen lassen. Ich hattemir vorgenommen, ihm meine Aufwartung zu machen;aber er befand sich eben bey d-m Patriarchen im Klo-ster von Canobin, welches er zu seinem Sommeraufent-halte gewählt hat.

Nach dem Mittagessen machte ich in Begleitungdes Konsuls und eines Paters der Lazaristen im Klo-ster der Heimsuchung einen Besuch. Die guten Frauenhatten eine große Freude, mich zu sehen; sie danktenmir auch, daß ich das Almosen mitgenommen habe, dasihre Schwestern in Frcyburg ihnen schickten, und dran-gen in mich, am nächsten Tage mit dem Herrn Konsulbey ihnen das Mittagmahl einzunehmen. Der Eifer,mit dem sie in mich drangen, war zu lebhast und zuaufrichtig, als daß ich diese Einladung hätte ablehnenkönnen; ich nahm sie mit Vergnügen an.

Diese heiligen Jungfrauen sind alle Araberinnen;ihre Kleidung und ihre Lebensweise ist wie die ihrerOrdensschwestern in Europa, außer daß sie barfußgehen und auf der Erde sitzen. Ihr Haus ist arm;sie haben zur Bestreitung ihrer Bedürfnisse keine an-dern Quellen, als eine Scidenärnte, die bisweilenziemlich ergiebig ist, und die Unterstützungen der Be-