Druckschrift 
Theil 2 (1837)
Entstehung
Seite
225
Einzelbild herunterladen
 

325

lag, und weit umher den größten Gestank verbreitete.Ich befahl ihm, seinen Schlauch auf der Stelle zuleeren, und 20a Schritte weiter hinaufzugehen, umneuen Vorrath zu schöpfen. Ich führte ihn hieraufzurück, indem ich ihn wie einen Gefangenen bewachte.

Als ich ins Lager zurück kam, war das Abendessenfertig. Es war einfach, aber man mit gutem Ap-petite. Die Muthigstcn sprachen ihren Bcyfall darüberaus, daß man nicht unnützerweise der Gefahr der An-steckung getrotzt habe; was mich betrifft, so wünschteich mir um so mehr Glück, daß ich unsere schleunigeAbreise veranlaßt hatte, als ich in Verzweiflung gewe-sen wäre, wenn in Folge der, in einer angesteckten Stadtso unvermeidlichen Berührung das Leben der Offizierevon der Fregatte Sr. Majestät, oder das der Vaterdes Klosters, in welches ich zurückkehren wollte, ge-fährdet worden wäre. Nach allem, was ich zu be-merken Gelegenheit gehabt habe, bedarf es eines sogeringfügigen Umstandes, von der schrecklichen Geißelangesteckt zu werden, daß es unmöglich scheint, ihrzu entgehen, wenn man sich nicht unbedingt entfernt.

Indessen habe ich mich nur mit großem Bedauerngenöthiget gesehen, Tibcrias zu verlassen, ohne es genaubesehen zu haben. Ich wußte, daß Herodes Agrippaeine große und schöne Stadt daraus gemacht hatte, daßer es durch Vorrechte und Privilegien, indem er Landvertheilte, Häuser verschenkte, dahin gebracht hatte,eine große Anzahl seiner Unterthanen aus Galiläa dortfestzusetzen, und viele Fremde dahin zu ziehen; ich