12k
stand immer neuer Bewunderung ausmacht, das istdie Pracht, die Erhabenheit des Gottesdienstes, dieseFrömmigkeit, diese Demuthi, diese Würde der gutenBäter, welche jederzeit, am Charsamstage aber besonders,einen so auffallenden, so befremdenden Kontrast mitdem Gottesdienste, der Haltung, dem Benehmen dergriechischen Bischöfe und Priester bilden. Der Char-samstag ist der Tag, an welchem diese die Einfalt unddie Unwissenheit ihrer AnHanger am gröbsten, aber fürsie am vortheilhaftestcn, mißbrauchen. Indem sie denalten Gebrauch der lateinischen Kirche, an diesem Tageneues Feuer aus Feuersteinen hervorzubringen, in'sLacherliche ziehen, machen sie ihre AnHanger glauben,daß der HimiM selbst Sorge dafür trage, ihnen, alsden bcsondcrn Gegenständen der göttlichen Liebe, dasösterliche Feuer zu senden, und daß durch ein besonderesVorrecht ihre Bischöfe die einzigen glücklichen Sterb-lichen scyen, welche auserwählt wären, es in Empfangzu nehmen.
Nachdem ihre Prozession den Umgang um das hei-lige Grab dreymal gemacht hat, schließen sich ein Bi-schof und die zwey Priester, von denen er sich assistirenläßt, in dasselbe ein, und bleiben so lange darin, bis,ihrer Angade nach, der Herr ihre Bitten erhört hat.Während dieser Zeit singen die Priester und die Dia-kone, um die Thüre gedrangt, mitten unter dem Getöseund den Ausrufungen des Volkes, welches die Erfül-lung des Wunders mit Ungeduld erwartet, mit lauterStimme. Bald kündigt man an, daß das vorgebliche
Reise nach Jerusalem. Ii Bd. g