III
Himmel. In zwey Reihen geordnet begleiteten ihndie Väter vom heiligen Lande, und nach ihnen dieGläubigen, Fackeln tragend, Hymnen singend, unddurch einen langsamen, ehrerbietigen Gang, durch einetiefe Andacht den festesten Glauben, die lebendigsteDankbarkeit für das erhabene Geheimniß an den Taglegend. So machte die Prozession drcymal den Gangum das heilige Grab, und hielt dann bey der Thürestill. Der Dienstthucnde trat mit den Priestern in dasvon einer großen Anzahl Wachskerzen und Lampen er-leuchtete Innere, stellte das Allcrheiligste in einen trag-baren silbernen Tabernakel von sehr schöner Arbeit, undhohem Werthe, der auf dem Marmorsteine stand, wel-cher das Grab bedeckt, und nachdem er es einige Augen-blicke angebetet, kam er heraus und stimmte auf derSchwelle die Vesper des Tages an, während man inder Kirche die Altäre entkleidete.
Der Leib des Herrn bleibt so in dem Grabe biszum Gottesdienste des folgenden Tages. Währenddieser Zeit wechseln immer zwey Väter ab, daselbsteine Stunde in Anbetung zuzubringen. Der Zugangist den Laien und selbst den Pilgern, welche keineGeistliche sind, versagt.
Um 2'/^ Uhr fand die Fußwaschung statt. DieseCeremonie, welche auf eine so rührende Weise an dietiefe Demuth des Heilands erinnert, wird an der Thüredes heiligen Grabes mit großer Feyerlichkeit vorgenom-men. Zwölf Geistliche waren im Voraus bestimmtworden, die zwölf Apostel vorzustellen, und ich hatte