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lieber Karl! was in dem Innern desjenigen vorgehenmuß, der sich, mag er nun welchen Theil von Jeremiasimmer, oder unter welcher Beziehung immer lesen, oderlesen hören, am Gedächtnißtage der größten Verbrechenund der größten Unglücksfälle Jerusalems an jenerStelle befindet, wo der Prophet in Thränen zerfließendsaß, und seine Klagelieder schrieb, seufzend in der Be-trübniß seiner Seele, — und der ihn, so zu sagen, mitlauter Stimme ausrufen hört:
„i^uomollo sollen sola eivitas pleira jMjullo tlaeta est vielem Domino gentium; prineeps ^>»0-vinoiai'um kaeta est sul> trülmto! "
„Illoi-ans zlloi-avit in noete et laei/mae ejusin ma^illis ejus; non est gui eonsoletue eain —
„Wie sitzet einsam die Stadt, die so volkreiche: wieeine Wittwe ist worden die Herrin der Völker; dieFürstin der Länder ist zinsbar worden!«
„Sie weinet des Nachts ohne Aufhören, und ihreThränen laufen ihr über die Wangen; Keiner tröstetsie.. (Jerem. Klaget. I. i u. 2.)
Ist es möglich, mein Freund! seine Seufzer undThränen zurück zu halten bep dem so herzzerreißendenGemälde „dieser Stadt, einst die Königin der Völker,nun in Verlassenheit, Schmerz und Wittwenschaft, ver-lassen von ihren Freunden, verrathcn von ihren Nach-barn, vergeblich die Hände ausstreckend, und Niemandfindend, der sie tröste?«
Und welche Bilder noch für jenen, der gegenwärtig,hier in Jerusalem das sieht, was der Prophet sah