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chen Gcmüthsbewegungen meine Seele ergriffen wordenist, als man am Grabe unsers heiligen Erlösers selbstdie Passion sang. Es gibt keine Sprache, welche dießauszudrücken vermöchte, und um sie zu fühlen genügteS nicht, ein Herz zu haben, sondern man muß in Je»rusalem und in der Kirche an dem Grabe selbst seyn.
Nachdem die Prozession der Katholiken vorüber war,konnte ich auch die der Armenier sehen. Wenn mannur auf den Glanz des Kirchenschmuckes und die Anzahlder Personen Rücksicht nimmt, so bietet sie freylich einemerkwürdigere Erscheinung dar, als die, welcher ich soeben beygewohnt hatte. Es war fürwahr ein schönerAnblick, diese unermeßliche Menge Christen zu sehen,wie sie die hohen Palmzweige über sich erhoben, unterdenen sie versteckt waren, und den Anblick eines sichbewegenden Waldes darboten, in dessen Zwischenräumenman von Gold und Silber glänzende Bischöfe, Prie-ster mit reich gestickten Kleidern und junge Levitenwahrnahm, welche die Luft mit dem Dufte des Weih-rauches und anderer wohlriechender Gegenstände er-füllten. Aber trotz dieser änßern Pracht welch' einUnterschied in Bezug auf die Regelmäßigkeit des Gan-ges, den Ernst des Gesanges, die Majestät der Cere-monien, die Frömmigkeit der Gläubigen, die Würde derPriester, die Bescheidenheit, Andacht der Mönche:c.Die Muselmänner selbst waren sehr darüber erstaunt,daß mehrere sich einander sagten, wenn sie nicht gewißwüßten, daß ihre Religion die wahre sey, so würdensie nicht zaudern, katholisch zu werden. Bon dem