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Theil 2 (1837)
Entstehung
Seite
65
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ähnlich geworden. Wenn euere Sitten nicht eine Nach-ahmung der seinigcn sind, wenn der Vater in euch nichtdie Aehnlichkeit mit dem Sohne findet, wenn das Gliednicht mit dem Haupte übereinstimmt, und wenn die Verei-nigung derselben eine Mißgestalt hervorbringen würde,so werdet ihr verworfen werden, als ein ungetreuesWild, wie ein verworfener Stein, der nicht durch dieHand des Arbeiters behauen worden ist, und der nichtzum Bau verwendet werden kann, wie ein unge-staltetes Glied das nicht zum übrigen Körper paßt.

»Nun aber frage ich euch, ist es hinreichend, keinUnzüchtiger, kein Gottloser, kein Gotteslästerer, keinUngerechter zu seyn, um Jesu Christo zu gleichen? Hatsich Jesus Christus damit begnügt, Niemanden ein Leidzuzufügen, das Volk nicht aufzuwiegeln, dem Kaiserdas zu geben, was des Kaisers ist, weder im Trinken,noch im Essen unmäßig zu seyn, von seinen Feindenselbst keiner groben Sünde beschuldiget werden zu kön-nen, kurz, hat er sich damit begnügt, kein Sama-riter, und kein Feind des Gesetzes zu seyn? Hat erhierauf seine ganze Tugend beschränkt? War nichtsein Herz sanft und demüthig? Hat er nicht für seineFeinde gebetet? Hat er die Welt geliebt, er, der sieverworfen hat? Hat er sich nach der Welt gerichtet,er, der nur gekommen ist, um sie zu bessern und zubestrafen? Hat er geglaubt, daß das Heil für die Weltsey, er, der nicht für die Welt gebetet hat? Ist er demVergnügen nachgeeilt, er, der es verflucht und erklärthat, daß die Welt sich ergötzen werde, daß aber seine