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Die letzten Könige von Inda hatten Jericho ver-schönert. Herodes von Askalon hatte sich einen Pallastdaselbst erbaut und seinen Aufenthalt da genommen.Man sah hier ein prächtiges Amphitheater, dessen sichdie Römer unter der Regierung des Vespasian be-mächtigten. Antonius hatte die Domäne Jericho derKleopatra zum Geschenke gemacht.
Diese Stadt hat gegenwärtig nur noch einige Hüt-ten von Erde oder Binsen, und eine Einzäunung vonDornbüschen und Disteln, welche die Schakals desNachts ersteigen, statt der Mauern. Zur Seite erhebtsich ein viereckiger Thurm, der in Trümmer zerfällt;dieß ist das Schloß des Statthalters.
Hier stiegen wir vom Pferde, und traten in einenHof, wo wir einige Beduinen mit ihren Frauen undKindern um einen mit schmutzigem Wasser gefülltenBehälter.liegen fanden. Ein wenig weiter entferntwaren Esel, Ziegen und Hühner untereinander beysam»men, in deren Mitte wir mit Erstaunen ein sehr schönesPferd sahen. Es war schwarz, wie der Gagat, *) mitfliegenden Mähnen und von herrlichem Wüchse. Eswar das schönste Pferd, das ich in meinem Leben ge-sehen habe. Es gehörte dem Statthalter. Die Un-rcinlichkeit des Hofes war so groß, daß wir nicht wuß-ten, wo wir den Fuß hinsetzen sollten. Wir hattenindessen einige Nahrung nötbig; denn wir wollten,
*) Schwarzes, glänzendes Erdpech,