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Die Stellung der spanischen Kirche zum Roemischen Stuhle von Beginn ihres Gründens bis auf die neueste Zeit
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und die Gewalt zustehe, für die Spanische Kirche verbindlicheGesetze und Verfügungen zu erlassen. ")

Nach dem, was wir bisher aus den Akten der ToletanischenConcilien ersehen haben, können derlei Beschlüsse der SpanischenKirche, gegenüber der Römischen nicht einmal befremden, ge-schweige den Verdacht der Unechtheit auf sich ziehen. SeitJahrhunderten hatte sich die Spanische Kirche gegen alle Theil-nahme, alle Einmischung in ihre inner» Vcrfassungs- und Ver-waltungsangelegcnheiten gänzlich abgeschlossen und durch Gesetze,wenn auch nur indirekt gegen Rom gerichtet, verwahrt; inGlaubenssachcn aber hatte sie sich der Römischen für vollkommenebenbürtig und gleichberechtigt erklärt; was liegt denn nunAuffallendes, oder gar Unwahrscheinliches darin, daß sie, nach-dem die Entfremdung zwischen beiden Kirchen factisch bestand,bei einer eintretenden Veranlassung sich auch als eine förmlichein Worten aussprach.

Nicht Witiza's Gesetze, wie Plank meint, hatten dieTrennung ausgesprochen, sondern die Beschlüsse der Sy-node, die Witiza bestätigt hatte. Daß die Synode hier dieHauptrolle spielte, dies gesteht auch Baronius,") sei die allge-meine Ansicht, die er zu bekämpfen freilich Gründe genug hat,aber mit gar schwachen Gründen bekämpft. Denn daß Witizazu Anfang seiner Regierung, wo die 18. Synode von Toledogehalten wurde, ein milder, gerechter König war, konnte ihndies hindern, daß er die Emancipation der Spanischen Kirchebetrieb; oder würde daraus folgen, daß er ein schlechter Königgewesen? Daß die Synode den Primas Gunderich von Toledo,einen Mann von großer Frömmigkeit, an ihrer Spitze hatte: liegt

51) Nitro». !t<> !». 701. Vcrgl. lVIitiiana lsturi!» xeneral (Ii Lz-1>!l»i> II. 547.

52) Plank hat die Spanischen Kirchenangelegcnhciten in der Nömisch-Gothischen Periode höchst dürftig und oberflächlich behandelt;dasselbe gilt von dem ganzen l. Bande seines Werkes. Dasselbebedarf einer Umarbeitung sehr dringend.

52) Nni'oml natu c ?»iw. '1'olot. XVIil. npnd -^uir. III. 351.