Gebet verrichtet war, da gin^ das Exemplar des Römischen Ri-tus sogleich in Flammen auf, das des Tolctanischen Ritus aberblieb Angesichts Aller, die Gott dafür priesen, von der Flammedurchaus unverletzt.
Aber der König, hochmüthig und hartnäckig auf seinemWillen bestellend, ließ sich weder durch dies Wunder schrecken,noch durch Bitten erweichen, sondern befahl, Tod und Güter-cinzichung allen Widerspänstigcn drohend, daß das RömischeOfficium in seinem ganzen Reiche eingeführt würde. Als nunAlle wcimen und traurig waren, da zeigte sich die Wahrheit desalten Sprüchwortes: Wohin die Könige wollen, dahinneigen sich die Gesetze. Da wurde nun das Römische Of-ficium, welches früher in Spanien nie aufgenommenwar, eingcführt."
AuS dieser, im Geiste jener Zeit gehaltenen Darstellunggeht zur Genüge hervor, wie viel Mühe es kostete, das Rö'mcr-thum den Spaniern aufzudrängen und es bei ihnen einheimischzu machen
Aus dem in diesem Kapitel Gesagten geht zur Genüge her-vor, daß die Spanische Kirche bis zu Gregor VII. ihre alteSelbstständigkeit und Unabhängigkeit von Rom behauptete. Sieging zu Grunde, als die Päpste sich mit den Königen verban-den; da erlag sie der Klugheit und Kraft Gregors, der in Spa-nien, in Kirche und Staat, wie in seinem Reiche gebot.
Zweites Kapitel.
Von der Herstellung des Primats von Toledo bis zurneuesten Zeit.
Wie nun dieses Netz Römischer Herrschaft sich allmähligüber ganz Spanien legte, das wollen wir kurz beleuchten.