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Die Stellung der spanischen Kirche zum Roemischen Stuhle von Beginn ihres Gründens bis auf die neueste Zeit
Entstehung
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Wenden wir uns nun zur Kirche des Suevischcn Spa-niens, welches Gallicicn, Asturien und Portugal im Norden desTajo umfaßte.

Die Sueven waren zuerst Katholiken gewesen; in Spanienwurden sie, sehr wahrscheinlich durch die Gothen bestimmt, Aria-ncr (v.4Ki>), bis im I, 558 der König Arianur wieder zur Ka-tholischen Kirche überging.

In der Aria irischen Periode der Sueven war die Kircheim Reiche derselben denselben Bedrückungen und Hemmungenausgesetzt, als die im Reiche der Westgothen. Daher finden wirseit Leos Briefe an Turibius von Astorga (447) und dem ta-rnst in Verbindung stehenden Provinzialconcil von Gallicicnnicht die mindeste Nachricht weder von den Begebnissen derkatholischen Kirche im Sucvenreiche, noch von einer Verbindungderselben mit dem Römischen Stuhle.

Dieser Zustand der Abgeschiedenheit dauert bis weit inssechste Jahrhundert. Denn erst im I. 538, also fast !w Jahrenach Turibius, begegnen wir einer Consultation, welche derMetropolit Profoturus von Braga (Bracara) an den Rö-mischen Bischof Vigilius richtete; dieselbe betraf vorzüglich dieIrrlehren der Priscillianisten und Ariancr und enthielt außerdemkein einziges Moment, welches über das Vcrhältniß jener Kirchezum Römischen Stuhle Aufschluß geben konnte. Des VigiliusAntwort läßt in ihrer Einleitung ersehen, daß man solcher Con-sultationen zu Rom nicht mehr sehr gewöhnt war; deshalbspendet Vigilius dem Profuturus auch ein so großes Lob; dieselbeenthält aber nicht einen einzigen Satz, der eine größere Gewaltdes Römischen Stuhles in jener Zeit über den nordwestlichenTheil der Spanischen Kirche beurkundete, als die, welche darinlag, daß man ihn als die einzige apostolische Cathedra desAbendlandes consultirtc und sich nach den Antworten richtete.Um diesem Mangel des Briefes von Vigilius abzuhelfen, hatPseudoisidor ihm einen siebenten Paragraph angeheftet,worin der Römische Primat mit den prägnantesten Ausdrückengelehrt wird. Dieser Pseudoisidorischc Zusatz ist zu bekannt, alsdaß hier über ihn weitere Erörterungen stattfinden sollten.