konnten, daß sic vvn Rom zur Förderung Griechischer Interessen,Griechischer Macht in Spanien könnten benutzt werden. Wennähnliche Verhältnisse schon die katholischen Könige vom Fran-kenreichc vermochten, den Verkehr und die Verbindung ihrerBischöfe mit Rom fast ganz zu hindern, um wie viel stärkermußten sie nicht auf die Ariam'schen Gothen wirken?
Jndcß hörte die Kirche des Gothischcn Spaniens nicht auf,in ihrem Innern Beweise eines kräftigen Lebens zu geben,welches um so erfreulicher gedieh, da sic durch ihre trefflicheHaltung die Achtung der Könige gewann und sich mit ihnenauf einen freundschaftlichen Fuß setzte. Alles dieses wird durcheine Reihe von Spanischen Concilien deS sechsten Jahrhundertsbezeugt, die wir hier kurz beleuchten wollen.
Die erste Synode ist die von Lerida in der Provinz Tar-raco, im I. 523, ") unter dem Metropoliten Sergius vonTarraco.
Es ist bemcrkenswerth, baß sic ihre scchszehn Dccrctc durch-aus nicht auf Römische Decrckalbriefe, sondern auf die Canoncsvvn Nicea und der Fränkischen Synoden von Agde (599) undOrleans (511) gründet, ein Beweis, daß die NordspanischeKirche mit der Fränkischen in einer lebhaften Verbindung stand,die wohl dadurch vermittelt wurde, daß lVin-Iioiiensis damalswcstgothisch war.
Dann folgt die Synode von Valentin 524. Auch sielegt ihren Entscheidungen nur die Canones von Nicea und derGallischen s^norlus (in der Provenxe) zu Grunde
(439), ohne Römischer Decrcte oder Römischen Ansehens auchnur mit einer Sylbe zu erwähnen. Sie betrachtet die Metropo-liten mit der Provinzialsynode als die höchste ordnende und ver-waltende Behörde, (o. 2. 3.)
Einige Jahre später fand die zweite Synode von Toledostatt (531). Von ihr ist dasselbe zu sagen, wie von den obi-gen ; auch sie kennt bloß die Canones als ihre Norm an, keines-wegs die Römischen Decretalen, obwohl der Hauptgegcnstand,
1?) Ich folge den Jahreszahlen Hardouins.