Römischen Stuhle recht eng war, und daß man diesem Vieleseinräumte. Aber dies hatte seinen Grund vorzüglich in der un-glücklichen Lage der Spanischen Kirche unter den ArianischenGothen, wodurch dieselbe in ihrer inneren Gesammtheit und inihrem Verkehre unterbrochen und in ihrer Krastäußerung gelähmtwurde. Ferner war dies nicht eine Verbindung der ganzenSpanischen Kirche, sondern nur einer Provinz; und endlicherkennt selbst unter diesen Umständen der Römische Stuhl dieRechte der Spanischen Metropoliten und das höchste Ansehender Eanones bereitwillig an.
Indessen hatte diese durch die Provinz Tarraco vermittelteStellung der Spanischen Kirche zum Römischen Stuhle dochsehr bedeutende Folgen, indem sie diesen auf den Gedankenbrachte, die so-eben erworbene Macht durch eine dauernde Ein-richtung zu befestigen, d. h. wie in Jllyrien und Gallien, soauch in Spruen einen apostolischen Vikar zu ernennen, (a. 47V.)
Dieses führte zuerst des Hilarius Nachfolger, Simplicius,aus, der dem Bischof Zeno von Sevilla, dem Metropoliten derProvinz Bätica,-dic Vikariatswürde so erthcilte, ut essus rixoremunitus apostolieav institutionis lloersta vel sanotvrum tew-miiios patriim nullo mvilo triiiiseeiiili peimittus. °)
Allein das war doch wohl der Beruf jedes Bischoscs unddazu bedurfte es doch sicher keiner besonderen päpstlichen Dele-gation.
Uebrigens ist auch keine Spur von einer Wirksamkeit desZeno als Vicar vorhanden; vielmehr fehlt es vom I. 47V bis
L) u-rrii. ll. 603. Da des Simplicius Schreiben ganz allein steht,d. h. da keine Thaisachc auf eine Verbindung der Provinz Bä-ttca und des Metropoliten von Sevilla mit dem RömischenStuhle zu jener Zeit hindeutet; da auch das Schreiben selbst,das nur 7 Linien ausmacht, nichts enthält, was auf eine solcheVerbindung deutet, indem Simplicius dem Zeno das Vikariatüberträgt, weil er von Andern von seiner Trefflichkeitgehört habe, so unterliegt die Echtheit des ganzen Vorfallessehr gewichtigen Zweifeln. Jedenfalls ist der Brief eher einKöder als ein Zcugniß für schon bestehende Römische Macht.