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1 (1921) Die vorrömische Zeit
Entstehung
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eine kleine Siedelung der frühesten Bronzezeit. Da der hiesige Boden mitnur dünner sandiger Humusschicht dem Ackerbau wenig günstig istund die vorliegende Rheinniederung damals noch sicher von den Flutendes Stromes überdeckt war, wird es ein Fischerdörfchen gewesen sein,das dort an hochwasserfreier Stelle aus kaum viel mehr als 2 DutzendHütten bestand, Rundhütten aus Fachwerk mit öfters erhaltenem Feuer-herd im Innern (Abb. 20). Auch der zugehörige Friedhof ist von K. Köhlentdeckt und untersucht worden, mit über 20 Hockerskeletten in Flach-gräbern. Die Beigaben erinnern noch sehr an die Zonenkeramiker: Pfeil- *

spitzen und Messer aus Feuerstein, ein Hämatitstein zum Färben der Haut,eine Hirschgeweihaxt, Schmuck aus Knochen und Muscheln. Aus zinn-armer Bronze sind zu nennen trianguläre Dolche, „Rollennadeln“ zum An-stecken des Gewandes, Ahlen mit Knochengriff, Ringe und Perlen, auchRinge aus Elfenbein.

Von gleicher Lage sind die Siedlungen im Rheingewann bei Wormsund bei Rheindürkheim an der Einmündung des Pfrimm- bzw. Seebaches.

An allen drei Punkten sind Hüttenreste und Gräber der verschiedenstenPerioden vorhanden, die nicht nur auf Kontinuität der Besiedelung, son-dern z. T. sogar auf Fortbestand der Bevölkerung schließen lassen.

Ähnliche Funde dieser Adler bergstufe 42 ) sind in Rheinhessen(Weinsheim mit Doppelbeil, Monsheim, Westhofen, Nierstein), in Rhein-bayern (Friedelsheim und Frankenthal mit Doppelbeil und Flachbeil mitaufgerolltem Spiralansatz, Mundenheim, Albsheim), in Starkenburg (Gries-heim, Kleingerau) und im Neuwieder Becken (Kottenheim und Kochern mitDoppelbeil) zum Vorschein gekommen. Die kupfernen oder zinnarmen Dop-pelbeile, die ohne Zweifel mit den kretischen und kyprischen des ZeusLabrandeus Zusammenhängen, weisen wie die Ösen- (Säbel-) und Schlei-fennadeln, die Gehäuse einer Mittelmeerschnecke (columbella rustica)und die Ringe und Perlen aus rezentem Elfenbein auf rege Handels-beziehungen mit dem Mittelländischen Meere hin, sowohl dessen östlichemwie westlichem Teile.

Ihre Fortsetzung hat diese Kultur weniger nach Nordosten, wo ihreSpuren in der Wetterau äußerst dürftig sind, als nach Südwesten, Südenund Südosten, in den westschweizerischen Pfahlbauten und sehr ausge-prägt im Rhonetal, dann im Neckartal (Horkheim, Cannstatt, Kornwest-heim usw.), vereinzelt auch im Rheintal bis zum Bodensee und hinüberzur oberen Donau, und zwar auf dem Weg der Schnur- und Zonenkera- m

mik. Im oberen Donautal häuft sich ihre Hinterlassenschaft recht be-trächtlich, allmählich in den Straubinger Typus übergehend, in Grab-hügeln und Flachgräbern wie schon die zonenkeramische Kultur (vgl. dieKarte Tafel 5). Wenn die Adlerbergleute nicht wie die Zonenkeramikerden Weg durch die Wetterau nach Thüringen fanden, so werden sie wohlin dieser Richtung auf stärkeren Widerstand gestoßen sein, wobei man 1