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sich in den einzelnen Ländern je nach Art des Steinrohmaterials undder Beziehungen mit den Nachbarn zeitlich recht verschieden abgespielt.
Nicht minder bedeutsam, z. T. sogar noch wichtiger, waren andereKulturfortschritte, wie die Zähmung der Haustiere, die rationelleViehzucht und'der regelrechte Ackerbau, welche in ihren Uranfängen wiedie Herstellung der Tongefäße noch in jene mesolithische Zeit zurück-reichen, wenigstens in manchen Teilen Europas.
Für die Aufklärung dieser Periode ist besonders die deutsche For-schung in den letzten Jahrzehnten erfolgreich gewesen und hat eine Reihevon Kultur- und Volkskreisen geschieden, die wir zunächst behandelnwollen, wenigstens soweit sie das Rheingebiet berühren.
I. Die Pfahlbauten- und Michelsberger Kultur.
Sie hat ihre Bezeichnung nach den zahlreichen Stationen, welche aufPfahlrösten in den Alpenseen und im Bodensee errichtet sind, sowie nacheiner umfänglichen Landänsiedelung auf dem Michelsberg bei Bruchsalin Baden. Sie ist im Süden zweifelsohne die älteste bodenständige Kultur-gruppe, welche z. T. aus der Ofnet-Istein-Stufe hervorging. Doch bevorwir dieser Frage näher treten, wollen wir zunächst einige typische Sie-delungsplätze betrachten.
Nr. 11. Die Pfahlbauten im Bodensee. Bei außerordentlichem Tief-wasserstand tauchten in den Seen der Schweiz und im Alpenvorland vonjeher merkwürdige Gruppen von Pfahlresten auf, vergleichbar einemlawinengeknickten oder zerschossenen Walde. Das Volk wußte allerleiSagen darüber zu erzählen; die Wissenschaft nahm dagegen lange Zeitkeine Notiz davon, bis im Jahre 1853/54 ein .Lehrer in Obermeilen amZürichersee die Aufmerksamkeit der Züricher antiquarischen Gesellschaftauf die dortigen Überreste lenkte. Dies gab zu Baggerungen und durchdie inhaltsreichen Berichte F. Kellers zu einer allgemeineren Pfahlbauten-Forschung in ganz Europa den Anstoß.
Als ich, in Ausnutzung des niedrigen Wasserstandes 1897/98, eineReihe von Pfahlbaustationen des Bodensees untersuchte, konnte ich inBodman feststellen, daß hier schon lange vor Entdeckung des Pfahlbausbei Meilen zwecks Auffüllung von Gärten am Seeufer Teile eines Pfahl-baus abgegraben worden waren. Dabei kamen sehr viele Steinbeile undKnochengeräte zum Vorschein, die aber keinen Künder ihres Ruhmesfanden wie die schweizerischen durch Johannes Aeppli in Obermeilen.Am Bodensee wurde das erste Seedorf durch den Landwirt Caspar Löhlein Wangen im Jahre 1856 entdeckt und ausgebeutet, ln der Hauptsachenur der Steinzeit angehörig, erstreckte es sich nach den BeobachtungenLöhles über eine rechteckige Fläche von etwa 700 X 120 Schritt längsdes Ufers und ist nach dessen Schätzung auf 30—40000 Pfählen gegründet.