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I. Die Kirchen.
Wie Band 11, S. 308 f., dargelegt, hatten die meisten linksrheinischenStädte und Städtchen in späterer römischer Zeit bereits ihre Kirchen,die auch teilweise die Römerherrschaft überlebten. Für das große Konzilin Köln 346 sind Bischöfe in Metz, Trier, Köln, Mainz, Worms, Speyer,Straßburg usw. bezeugt. Im V. Jahrh. ging es den Kirchen allerdingsunter der Herrschaft der heidnischen Alamannen schlimm, aber nachdemChlodwig Christ geworden war, erhoben sie sich im VI. Jahrh. überall ausihrer Kümmerlichkeit oder gar aus Schutt und Asche und wurden imVerlauf der Zeit durch Schenkungen der fränkischen Großen und rührigerBischöfe, wie in Metz, Trier, Köln, Mainz, nicht nur in glänzenderen Standgesetzt, sondern auch an Zahl wesentlich vermehrt. Es sind vor allemdie Remigius-, Martinus-, Georgs- und Dionysius-Kirchen, welche denSiegeszug der christlichen Franken bezeichnen. Nichts aber zeigt dieHeiligenverehrung der Franken drastischer als die unter Pipin geschrie-benen Worte der Lex Salica: sanctorum martirum corpora, quem Romaniigni concremaverunt vel ferro truncaverunt vel bestiis lacerando pro-iecerunt, Franci super eos aurum et lapides preciosos ornaverunt (Neuu-dörfer, S. 56). Da ist es charakteristisch, daß Rheinhessen allein mehrM a r t i n s k i r c h e n besitzt, als die Regierungsbezirke Coblenz und Wies-baden zusammen, wiederum eine Bestätigung der gründlichen fränkischenKolonisation, wie sie auch die rheinhessischen Gräberfelder und Orts-namen nahelegen. Auch an der alamannischen Grenze treten sie fastin gleicher Stärke auf, im wiirttembergischen Franken und angrenzendenbadischen Gebiet allein mehr als zwei Dutzend, darunter viele Eigenkirchenvon adeligen Grundbesitzern (Freudenbach, Möckmiihl, Oberstetten,Unterregenbach; vgl. K. Weller, Wiirtt. Viertel]'. UI, 1894, S. 46, 52) undauf königlichem Boden (Jlsfeld, Königshofen, Lauffen, Osterburken,Schweigern, Stöckenburg usw.).
Etappen der christlichen Mission.
I. Spätrömische Zeit (IV.—V. Jahrh.): Christliche Kirchen in den links-rheinischem Städten, selten auf dem Land (paganil). ln den größeren StädtenTrier, Köln, Mainz schon mehrere Kirchen, in den kleineren Städten Einzelkirchen undOratorien; schon in den spätrömischen Kastellen Kreuznach?, Altrip?, Horburg, Zur-zach usw. sind frühchristliche Oratorien nachgewiesen oder zu vermuten (II, S. 11-1).In Gallien war auch das Landvolk zum Teil schon bekehrt, am Rheine nur ausnahms-weise. Rechtsrheinisch nur schwache Spuren im unmittelbaren Vorland.
II. Merowingisclie Zeit (V.—VI. Jahrh.): In den linksrheinischen StädtenFortsetzung bzw. Erneuerung der bisherigen Kirchengemeinschafteu nach den Stürmender Völkerwanderung, Neugründung durch die merowingischen Machthaber bzw. Bischöfevon Kirchen seit Chlodwigs Übertritt zum Christentum, lebhafter erst in der erstenHälfte des VI. Jahrh. (Sidonius in Mainz, Nicetius in Trier usw.). Rechtsrheinischaußer im Rheinvorland (Rheingau, Gimbach, Goddelau) alles heidnisch.
III. Karolingische Zeit (VII.—IX. Jahrh.): Linksrheinisch: Erstarkung derKirche in den Städten und größeren Dörfern, Beginn der Klostergründungen in den