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3 (1925) Die merowingische und karolingische Zeit : 1. Teil: Siedelungsgeschichte
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nur wenig befahren wurden, weil sie als Fernstraßen für die neuen, ab-seits gelegenen Siedelungen geringen Wert hatten. So sind sie baldvergrast, bis schließlich der Pflug über sie wegging oder Waldkultursie bedeckte. Meist läßt sich noch beobachten, daß an solchen ver-lassenen Strecken älterfränkische Siedelungen fehlen und die neuenStraßen der Franken in größerer Entfernung vorbeiziehen.

In der Wimpfener Markbeschreibung vom Jahre 856 (allerdings inspäterer Überarbeitung, etwa 1000) werden unterschieden:

a) die excelsa platea, die „Hochstraße“, ein vorrömischer Höhen-weg zwischen Eichusa (Eichhäuserhof) und Fürfeld;

b) die via nach Kirichbach (bei Kirchart), offenbar ein damaligerVerbindungsweg;

c) ein caminus calcis zwischen der villa Qruonbach (Grombach)und der villa Offensegal (Rauhof oder Adersbach?). Caminus (ital.cammino, franz. cliemin) bezeichnet im Mittelalter gelegentlich dieRömerstraßen, so auch in einem Güterverzeichnis des Trierer Dom-kapitels von 1200 „iuxta caminum calcis“ (nicht Kalkofen!), also viacalcata, heute noch linksrheinisch als Kenun, Kemel, Kemich, Kim, Kim-weg usw. erhalten (vgl. M. Müller, Trierer J. 1900/05, S. 66, unterKenunen). Es ist die Römerstraße von Wimpfen nach Steinsfurth—Sins-heim—Wiesloch, deren guterhaltener, kalksteingestückter Straßenkörperin den Feldern südlich von Adersbach und bei dem Rauhof von mir auf-gedeckt wurde und die heute noch in ihrem Abstieg nach Steinsfurtsteinerne oder Steinstraße genannt wird. Aus dieser Beschreibung istauch zu erschließen, daß die auf der Wasserscheide führende „Hoch-straße“ (platea excelsa) so wenig wie der Vizinalweg nach Kirchart eineSteinstückung hatte, sondern nur die alte Römerstraße von Wimpfenüber Sinsheim nach Speyer, die also an jener Stelle damals nochäußerlich sichtbar war.

Auf dem linken Rheinufer, wo die geschichtliche Kontinuität einegrößere als auf dem rechten ist, wurden die alten Römerstraßen großen-teils von den Franken benutzt und zur Basis ihres Vorgehens gemacht,vor allem die große Rheinuferstraße Nymegen—Mainz—Straßburg unddie großen Zufahrstraßen von'Maas und Mosel über Lüttich—Heristal,Trier, Metz, Toul usw.

1. Für das Elsaß hat dies K. R übel im einzelnen nachgewiesen(Korr.-Bl. d. Ges. -Ver.. 1908, S. 353f.): „So läßt sich nach meinerAuffassung im Elsaß aus der urkundlichen Tradition ebenfalls vonEtappe zu Etappe in Entfernungen von je etwa 20 km an der Haupt-durchzugstraße das Vorhandensein fränkischer Königshöfe, die sich teil-weise aus altrömischen Siedelungen bildeten, belegen, aber auch dieStraßen, die von dem Flußtale der Jll aus an den Zuflußbächen der Jllzum Kamm der Vogesen hinaufführen, waren mit Königshöfen besetzt: