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3 (1925) Die merowingische und karolingische Zeit : 1. Teil: Siedelungsgeschichte
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Altgießen (Seltersweg!) ist wohl damals entstanden. Die Grabfunde vonLeihgestern und Langgöns weisen auf eine Mischung vorfränkischer undfränkischer Elemente hin, während weiter südlich in der Wetterauhäufiger rein fränkische Grabinventare begegnen. Im Lahntal sindan wichtigeren Flußübergängen (Germania VII, 1923, S. 42), so bei Ems,Diez—Limburg, Dietkirchen, Lölmberg, Weilburg, auch an einigen be-deutsamen Straßenpunkten, wie bei Dauborn und Herborn, fränkischeGrabstätten zum Vorschein gekommen, die wenigstens zum Teil militä-rische Kommandos vermuten lassen. Wie weit die zahlreichen —ingeu-und —heim-Orte um den Goldenen Grund und das Limburger Becken fürdiese Fragen in Betracht zu ziehen sind, soll später erörtert werden.Jedenfalls aber wurde im Vergleich zum Main- und Neckarland dasChattengebiet zunächst nur schwach von den Franken besetzt und be-siedelt (vgl. auch Germania V, S. 35, F. Kutsch).

Wie die Körner haben die Franken, dem Beispiele jener in militä-rischer und kolonisatorischer Hinsicht folgend, dem eroberten Landstrichihren Stempel für Jahrhunderte aufgedrückt. Mit dem ausgedehntenNetze von Heerstraßen und Kastellen, mit der systematischen Anlage vonSiedelungen und der planmäßigen Flurteilung haben sie den Ausbau desLandes ganz wesentlich gefördert. Und mit ihrem entschlossenen Wesenund dem frohen Gemiite haben sie allenthalben der altansässigen, etwasschwerfälligen Bevölkerung einen neuen Einschlag und Antrieb gebracht,so daß heute noch die damals fränkisch gewordenen Teile Badens, Würt-tembergs und Bayerns sich in Sprache und Sitte von den übrigen scharfabheben. Selbstverständlich vermochten sie nicht überall den neuenStädten, Dörfern und Kastellen rein fränkische Siedler und Soldaten zu-zuführen, vielmehr bildeten diese nur die Oberschicht und den mili-tärischen Hauptstamm. Aber an den Grenzen suchten sie möglichst dasFrankentum zu stärken, teils durch Zuführung rein fränkischer Elemente,teils durch Seßhaft- und Wehrhaftmachung fremdländischer Stämme zurAbwehr wie zum Angriff. Mit Recht schreibt daher F. Kauffmann(II, S. 107): „Es bleibt ein hoher Ruhm der Merwinger und der Karolinger,daß ihre Gesetzgebung, die sich erst entwickelnden süddeutschen Stämmenicht in ein Schema gezwängt, sondern durch Individualisierung des Volks-lebens neue deutsche Volkskraft aus ihnen erweckt hat.“

fwährend die Alamannen im Zustand geringerer Zivilisation undlosester politischer Organisation im 111. Jahrh. das siidwestdeutschcRömergebiet erobert und auf das linke Rheinufer im IV./V. Jahrh. nurschwächere Kolonistengruppen geschickt hatten, fast ständig in Fehdemit den Römern, sassen die Franken, die Ripuarier wie die Salier, viellängere Zeit neben und unter den Römern, zum Teil als ihre Verbündetenoder Söldner und haben so vieles von der römischen Organisation undKultur gelernt. Die fränkische Eroberung Nordgalliens geschah schließ-