KoustantinuS u. Licinins. Jahr Christus I12. Mclchiades. 31i>„einer verderblichen Fmsterniß der Unwissenheit umhüllte und auf ihr lastete,„abzuschütteln und zu zerstreuen und einzusehen, daß Alles von der gütigen„Vorsorge der unsterblichen Götter verwaltet und geordnet wird. Es ist„unbeschreiblich, wie erfreulich, wie angenehm und wohlgefällig es unö„gewesen ist, daß ihr einen so sprechenden Beweis eurer religiösen Gesin-„nung gegeben habt, da es auch schon vorher Niemanden unbekannt war,„eine wie große Achtung und Verehrung ihr gegen die unsterblichen Götter„heget, ihr, die ihr nicht einen Glauben an leere und gehaltlose Worte,„sondern unaufhörliche, wunderbare Beispiele ausgezeichneter Thaten kennt.„Deßwegen dürfte eure Stadt mit vollem Rechte ein Sitz und eine Woh-„nung der unsterblichen Götter genannt werden. Es weisen wenigstens viele„Zeichen deutlich darauf hin, daß sie durch den Besuch der himmlischen„Götter blüht. Und nun siehe, da diese eure Stadt, welche Alles, woran„ihr irgend hätte gelegen seyn sollen, vernachlässigt und die vormals ge-wöhnlichen Gebete für ihre Angelegenheiten bei Seite gesetzt hatte, bemerkte,„daß die Anhänger jener verfluchten Thorheit wiederum allmälig sich zu„verbreiten und gleich einem vernachläßigten, erloschenen Scheiterhaufen„bei neuem Aufleben des Feuerbrands in die größte Flamme auszubrechen«anfangen, so hat sie alsbald ohne alles Zandern ihre Zuflucht zu unserer„Güte, als dem Hort aller Frömmigkeit, genommen und um Heilung und„Hülfe gebeten. Daß euch diesen heilbringenden Gedanken wegen eurer„aufrichtigen Religiosität die Götter selbst eingegeben haben, ist offenbar.„Demnach hat also jener höchste und größte Zeus selbst, der eurer berühm-ten Stadt vorsteht, der eure vaterländischen Götter, Weiber, Kinder,„Hecrd und HauS wider gleiches Verderben schützt, euren Seelen diesen heil-samen Einfluß eingehaucht, indem er euch offenbarte und zeigte, wie trefflich,„wie herrlich und heilbringend es ist, der Anbetung und den Opfern der„unsterblichen Götter mit der schuldigen Verehrung sich zu nahen. Denn„wer könnte so sinnlos oder alles Verstandes so völlig beraubt seyn, daß er„nicht einschen sollte, daß es eine Wirkung der liebevollen Sorge der Götter„ist, daß weder die Erde den ihr anvertrauten Saamen verweigert und die„Hoffnung des Landmanns mit leerer Erwartung täuscht, noch daß ein„ruchloser Krieg ungehindert seinen Schauplatz auf Erden aufschlägt, bei„verpesteter Luft die Körper vom Tode hinweggerafft werden, noch daß sich„durch das Wehen gewaltiger Winde das Meer mit hohen Wogen aufthürmt,„noch daß unerwartet losbrechende Stürme ein verderbliches Ungewitter„erregen, noch daß ferner die Allernährerin und Allmntter Erde von„ihren untersten Klüften ans mit fürchterlichem Beben sich aufreißt, noch„auch daß die auf ihr befindlichen Berge durch entstehende Schlünde versenkt„wenden. Daß alle diese und noch andere schwerere Unfälle früher häufig„sich ereignet haben, ist Jedermann bekannt. Und dieses Alles ist wegen„des verderblichen Wahnes der grundlosen Thorheit jener ruchlosen Menschen„geschehen, als dieser ihre Seelen beherrschte und fast die ganze Welt mit„Schmach bedeckte." Etwas weiterhin wird sodann also fortgefahren:
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