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Kirchengeschichte
Entstehung
Seite
319
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KoustantinuS u. Licinins. Jahr Christus I12. Mclchiades. 31i>einer verderblichen Fmsterniß der Unwissenheit umhüllte und auf ihr lastete,abzuschütteln und zu zerstreuen und einzusehen, daß Alles von der gütigenVorsorge der unsterblichen Götter verwaltet und geordnet wird. Es istunbeschreiblich, wie erfreulich, wie angenehm und wohlgefällig es unögewesen ist, daß ihr einen so sprechenden Beweis eurer religiösen Gesin-nung gegeben habt, da es auch schon vorher Niemanden unbekannt war,eine wie große Achtung und Verehrung ihr gegen die unsterblichen Götterheget, ihr, die ihr nicht einen Glauben an leere und gehaltlose Worte,sondern unaufhörliche, wunderbare Beispiele ausgezeichneter Thaten kennt.Deßwegen dürfte eure Stadt mit vollem Rechte ein Sitz und eine Woh-nung der unsterblichen Götter genannt werden. Es weisen wenigstens vieleZeichen deutlich darauf hin, daß sie durch den Besuch der himmlischenGötter blüht. Und nun siehe, da diese eure Stadt, welche Alles, woranihr irgend hätte gelegen seyn sollen, vernachlässigt und die vormals ge-wöhnlichen Gebete für ihre Angelegenheiten bei Seite gesetzt hatte, bemerkte,daß die Anhänger jener verfluchten Thorheit wiederum allmälig sich zuverbreiten und gleich einem vernachläßigten, erloschenen Scheiterhaufenbei neuem Aufleben des Feuerbrands in die größte Flamme auszubrechen«anfangen, so hat sie alsbald ohne alles Zandern ihre Zuflucht zu unsererGüte, als dem Hort aller Frömmigkeit, genommen und um Heilung undHülfe gebeten. Daß euch diesen heilbringenden Gedanken wegen eureraufrichtigen Religiosität die Götter selbst eingegeben haben, ist offenbar.Demnach hat also jener höchste und größte Zeus selbst, der eurer berühm-ten Stadt vorsteht, der eure vaterländischen Götter, Weiber, Kinder,Hecrd und HauS wider gleiches Verderben schützt, euren Seelen diesen heil-samen Einfluß eingehaucht, indem er euch offenbarte und zeigte, wie trefflich,wie herrlich und heilbringend es ist, der Anbetung und den Opfern derunsterblichen Götter mit der schuldigen Verehrung sich zu nahen. Dennwer könnte so sinnlos oder alles Verstandes so völlig beraubt seyn, daß ernicht einschen sollte, daß es eine Wirkung der liebevollen Sorge der Götterist, daß weder die Erde den ihr anvertrauten Saamen verweigert und dieHoffnung des Landmanns mit leerer Erwartung täuscht, noch daß einruchloser Krieg ungehindert seinen Schauplatz auf Erden aufschlägt, beiverpesteter Luft die Körper vom Tode hinweggerafft werden, noch daß sichdurch das Wehen gewaltiger Winde das Meer mit hohen Wogen aufthürmt,noch daß unerwartet losbrechende Stürme ein verderbliches Ungewittererregen, noch daß ferner die Allernährerin und Allmntter Erde vonihren untersten Klüften ans mit fürchterlichem Beben sich aufreißt, nochauch daß die auf ihr befindlichen Berge durch entstehende Schlünde versenktwenden. Daß alle diese und noch andere schwerere Unfälle früher häufigsich ereignet haben, ist Jedermann bekannt. Und dieses Alles ist wegendes verderblichen Wahnes der grundlosen Thorheit jener ruchlosen Menschengeschehen, als dieser ihre Seelen beherrschte und fast die ganze Welt mitSchmach bedeckte." Etwas weiterhin wird sodann also fortgefahren: