312 Galerius :c. Jahr Christus 341. Melchiades.
„und für ihr eigenes zu beten, daß sowohl der Staat in jeder Hinsicht wohl
„erhalten bleibe, als auch sie ruhig in ihren Wohnungen leben können."
Dieß ist der Inhalt des erlassenen Edikts, welches aus dem Lateini-schen sst) in das Griechische bestmöglichst übertragen worden ist. Jndeß istes Zeit, daß wir auf die folgenden Begebenheiten unfern Blick richten.
Folgendes wird als eine Ergänzung zum achten Buche in einigenHandschriften gefunden.
Der Urheber dieses Edikts wurde alsbald nach diesem Bekenntnisse vonseinen Schmerzen befreit und starb. Man sagt von ihm, daß er der ersteUrheber alles Unglücks der Verfolgung gewesen sey. Denn schon langevorher, ehe sich die übrigen Kaiser nur regten, habe er die in Kriegsdienstenstehenden Christen und vor allen Andern diejenigen, die au seinem Hofelebten, mit Gewalt vom Glauben abwendig zu machen gesucht, indem erjene ihres militärischen Ranges beraubte, diese aber auf das Entehrendstemißhandelte, ja, bereits über Einige die Todesstrafe verhängte, zuletztaber seine Neichsgenossen zu der allgemeinen Verfolgung bestimmte. Eswürde Unrecht seyn, wenn ich das Ende dieser mit Stillschweigen über-gehen wollte. Von den vier Kaisern, welche im Besitze der Obergewaltwaren, legten, wie schon gemeldet, (2) diejenigen zwei, welche an Alterund Rang vorangingen, ehe noch zwei volle Jahre seit dem Anfangeder Verfolgung verflossen waren, die Regierung nieder, brachten dieübrige Zeit ihres Lebens als gewöhnliche Bürger und Privatleute zuund nahmen folgendes Lebensende. Der erste an Alter und Würdewurde von einer langwierigen, schmerzhaften Kränklichkeit verzehrt, derzweite nach ihm endete nach einer gewissen ihm von Dämonen gewor-denen Voraussagung durch den Strick sein Leben zur Strafe für dievielen von ihm verübten Frevelthaten. Von den beiden andern, dienach diesen folgten, erging es dem zweiten, der, wie wir bemerkt haben,der Urheber der ganzen Verfolgung gewesen, so, wie wir vorhin erzählthaben. Der ihm im Range vorangehende aber — der gütige und mildeKaiser Konstantius — der sich während seiner ganzen Negierung aufeine den Thron ehrende Weise benommen, sich aber auch sonst gegenalle und jede gütig und wohlwollend bewiesen, namentlich auch keine»Theil am Kriege gegen uns genommen hatte, und der die unter seinemScepter stehenden Gottesverehrer weder haßte, beschädigen, noch kränken,auch keine Kirchengebäude zerstören lassen, noch sonst Neuerungen gegen
tl) Die lateinische Urschrift hat sich glücklicherweise bei I.-iat. <lo »>ort. pers. v. 34,erhalten und in der deutschen Uebertragung ist auch auf sie Rücksicht genommen worden.Denn die griechische Ucbersetzung dieses, so wie noch mehrerer anderer aus dem Lateinische»übersetzter Stücke in Eusebius ist oft ungenau, dunkel und zuweilen nur dann verständlich,wenn man sie wörtlich in das Lateinische zurück überträgt.
(2) Oben Hauptst. 13.