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Kirchengeschichte
Entstehung
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300
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30t» Diokletianns. Jahr Christus 306. Marcellus.

Zwölftes Hanptstü ck.

Von sehr viclcn andern Männern und Weibern, welche ans verschiedene Weise

den Kampf bestanden.

Wozu soll ich nun die Uebrigcn namentlich anfuhren oder die Mengeder Männer aufzählen oder ein Bild von den vielfachen Martern, derbewunderungswürdigen Märtyrer Christi entwerfe»? Einige von ihnenwurden mit Beilen hingerichtet, wie es denen in Arabien erging; Andernwurden die Beine gebrochen, wie denen in Kappadocieu, Andere wurdenan den Füßen, den Kopf abwärt« gekehrt, aufgehängt und dann ein ge-lindes Feuer darunter augemacht, so daß sie an den aus dem brennen-den Holze aufsteigenden Rauche erstickten, wie es in Mesopotamien derFall war; noch Andere wurden der Nasen, Ohren und Hände beraubtund ihnen auch die andern Glieder und Theile des Körpers zerstümmelt,wie es in Alexandrien geschah. Wozu soll ich das Andenken derer zuAntiochia erneuern, von denen Einige auf Rosten über dem Feuer gebra-ten wurden, nicht um sie zu lödten, sondern um sie langsam zu martern,einige Andere aber es vorzogen, ihre Rechte in das Feuer zu strecken,als daß sie das unheilige Opfer berühren wollten ? Andere suchten derVersuchung dadurch zu entgehen, daß sie, ehe sie noch gegriffen wurdenund ihren Verfolgern in die Hände fielen, sich selbst von hohen Stock-werken herabstürzten und so den Tod in Vergleichung mit der Bosheitder Gottlosen noch für ein Glück hielten. Es war auch zu Antiochieneine heilige, an tugendhafter Gesinnung bewunderungswürdige Frau,welche auch sonst noch ihres Neichthums, ihrer Geburt und ihres gutenNamenS wegen in dieser Stadt allgemein berühmt war und welche zweidurch blühende körperliche Schönheit auszeichnete Jungfrauen zu Töch-tern hatte, die von ihr in den Grundsätzen des Christenthums erzogenworden waren. Als nun der heftige Neid, der gegen sie rege geworden,auf jede Art sich geschäftig erzeigte, sie in ihrem Versteck aufzuspüren,so erfuhr man, daß sie sich auswärts aufhielten und gab sich alle Mühe,sie nach Antiochien zu bringen. Wie sie nun im Netze der Soldatengefangen sich befanden und die Mutter sich und ihre Töchter in einervölligMilslosen Lage sah, stellte sie ihnen alles Fürchterliche vor, daSsie von den Menschen zu gewarten hätten und ermahnte sich und sie,daß sie das Unerträglichste unter allem Fürchterlichen die Drohungmit Entehrung gar nicht einmal anhören sollten. Ja es sey, fuhr siefort, die Hingebung der Seele in den Dienst des Satans ärger, alsaller Tod und jegliches Verderben. Das einzige Befreiungsmittel ausdiesem allem sey die Zuflucht zu dem Herrn. Hierauf faßten sie alleEinen Entschluß, brachten ihre Kleider auf eine anständi.ge Weise inOrdnung und baten sodann, als sie mitten auf dem Wege waren, dieWache, etwas bei Seite gehen zu dürfen, worauf sie sich selbst in einenvorbeifließenden Fluß stürzten. Diese nun stürzten sich selb st ins Wasser.