Diokletianus. Jahr Christus 506. Marcellus. 295hatte, andere Thiere auf sie losließ. Endlich nach manchen schrecklichenAnfällen von diesen wurden sie alle mit dem Schwerte erwürgt und erhieltenstatt der Erde die Wellen des Meeres zum Grabe.
Achtes Hauptstück.
Von den Märtyrern in Aegypten.
Solches war der Kampf derjenigen Aegyptier, welche zu Tyrus für dieReligion kämpften. Aber auch diejenigen Aegyptier, welche in ihrem eige-nen Vaterlande Märtyrer geworden, verdienen unsere Bewunderung.Denn hier starben ungemein viele Männer, Weiber und Kinder der Lehreunseres Erlösers willen, mit Geringschätzung des zeitlichen Lebens, einesverschiedenen Todes. Die Einen wurden, nachdem sie Zerfleischungen durcheiserne Krallen, die grausamsten Foltern und Geißelhiebe und noch unzäh-lige andere Peinigungen, deren bloße Erzählung schon Entsetzen erregt,erduldet, den Flammen überantwortet, Andere wurden im Meer ertränkt,noch Andere boten unerschrocken ihren Nacken den Henkern dar, Einige star-ben auch unter den Foltern, Andere fanden ihren Tod durch Hunger.Wieder Andere wurden an das Kreuz geschlagen, entweder nach gewöhnlicherArt der Miflethäter, oder ans eine noch gransamere Weise mit abwärtsgerichtetem Kopf angeheftet und so lange in diesem Znstande am Lebengelassen, bis sie der Hunger (1) tödtete.
Neuntes Haupt stück.
Von den Märtyrern in ThcbaiS. (2)
Alle Beschreibung aber übertreffen die Martern und die Qualen, welchedie Märtyrer in Thebais erdulden mußten. Sie wurden statt der Kral-len (Z) mit scharfen Scherben am ganzen Körper zerfleischt, bis das Lebensie verließ. Weiber wurden an einem von beiden Füßen angebunden undmit gewissen Maschinen in die Höhe gezogen, daß sie, den Kopf herunter-hängend, in der Luft schwebten und so mit ihren völlig nackten, unbedecktenKörpern Allen, die es sahen, den schändlichsten, empörendsten und un-menschlichsten Anblick darboten. Noch Andere wurden an Bäume undderen Aeste gebunden und fanden vermittelst dieser ihren Tod. Man zognämlich die stärksten Baumäfte vermittelst eigener Maschinen zusammen,band die Märtyrer mit den Beinen an beiden Seiten an und ließ dann dieAeste wieder in ihre eigentliche und natürliche Lage zurückschnellen, damit
(t) Die Kreuzigung selbst nämlich führte oft erst noch mehreren Togen den Tod herbei.(2) So hieß der südliche Theil von Aegypten oder Obcrägyptcn.
- (Z) »l-uE, im Lateinischen nnxula, ein wahrscheinlich Klauen oder Krallen ähn-liches Marterwerkzeug, womit man die Missethäter in die Seite stach oder sie ihnen aufriß.