Decius. Jahr Christus 252. Kornelius. 2Z7
„seyn möge, durch ihre und anderer Bischöfe Vermittlung gehoben wurde.„Wie diese zu Rom erschienen, so ließ er sie als Leute, die, wie schon„gesagt, gegen die Ränke und die Verschmitztheit schlechter Menschen zu„treuherzig waren, von einigen Leuten seines Gelichters, die dazu den„Auftrag hatten, einschließen und zwang sie dann um die zehnte Stunde,„als sie trunken waren und vor Rausch taumelten, mit Gewalt ihm„durch eine eingebildete und ungültige Handauflegnng (1) das Bisthnm„zu übertragen, das er jetzt, ohne daß es ihm gebührte, durch seine„hinterlistigen Ränke zu behaupten sucht. Jndeß nicht lang darauf kehrte„einer dieser Bischöfe zur Kirche zurück, seinen Fehltritt unter Thränen„bekennend. Diesem haben wir ans die Fürbitten des ganzen anwesenden„Volkes die Laienkommnnion (2) ertheilt, den andern beiden Bischöfen„aber Nachfolger erwählt und in ihre Gemeinden geschickt. Jener eifrige„Vertheidiger des Evangeliums (5) wußte also nicht, daß nur Ein Bi-„schof in der katholischen Kirche seyn solle. Und doch konnte es ihm nicht„unbekannt seyn, daß in derselben 46 Presbyter, (4) 7 Diakonen,(5) 7 Un-„terdiakonen , (6) 42 Akoluthen, (7) 62 E.rorcisten , (8) Vorleser (9) und„^hürhüter, (10) und über 1500 Wittwen und Hülfsbedürftige sich bcfin-„den, welche alle die Gnade und Menschenliebe des Herrn ernährt. Allein„gleichwohl konnte nicht einmal eine so große und in der Kirche so nöthige„Menge, so wie die durch Gottes Vorsehung reiche und zahlreiche Schaar(ll),
(1) Kornelius nennt diese Ordination des NovatianuS eingebildet und ungültig, 1) weilsie von Bischöfen einer andern Provinz vorgenommen wurde, nicht von denen, die dasRecht hatten, einen Bischof von Rom zu weihen , dergleichen der Bischof von Ostia, Libur rc.waren, 2) weil sie von Betrunkenen worden, 3) weil es gewaltthätig, 4) weil es um diezehnte Stunde (etwa 4 Uhr Rachmittags), 5) weil in Abwesenheit des Volks und derGeistlichkeit und endlich 6) weil es geschah, da schon ein anderer Bischof rechtmäßig ordinirtwar. Valcsius.
(2) Hiermit zeigt Kornelius an, daß dieser Bischof von ihm abgesetzt und in denLaicnstand versetzt wurde. Die andern beiden Bischöfe wurden nicht allein abgesetzt, sondernauch cxcommunicirt. Valesius. .
(3) Weil er sich so gern der Uebcreinstimmung mit den Evangelien rühmte.
(4) Aus dieser Stelle kann man schließen, wie viele Kirchen damals die Christen zuRom gehabt. Denn da jeder Presbyter seine eigene Kirche hatte, so müssen, wenn 46 Pres-byter da gewesen sind, eben so viele Kirchen seyn. Auch Optatus sagt, daß zu der Zeitder Verfolgung des Diokletian über 40 Kirchen zu Rom gewesen. Valcsius.
(5) Es ist auffallend, daß bei einer so großen Menge von Kirchendienern nur 7 Dia-konen genannt werden. Wahrscheinlich bezieht sich die Siebcnzahl auf die sieben Diakonender Gemeinde zu Jerusalem. Apostelg. 7, 3—6, welche man im dritten und vierten Jahr-hundert, obgleich unrichtig, für das Vorbild des ganzen kirchlichen Diakonats hielt.
(6) Sic gingen den Diakonen in ihren äußerlichen Amtsvcrrichtungen zur Seite, weildiesen, allen ihren Amtsverrichtungcn nachzukommen oft sehr schwer, wo nicht unmöglich war.
(7) Aufwärtcr der Bischöfe bei ihren Amtsvcrrichtungen.
(8) Sie verrichteten die Gebete über die Täuflinge und diejenigen, die man von bösenGeistern besessen glaubte.
(9) Sie hatten die heilige Schrift in den Gemeindeversammlungen vorzulesen und auchdie hier gebrauchten biblischen Handschristen zu verwahren.
livi Sic führten die Aufsicht über das Acußerc der kirchlichen Versammlungsplätze,Reinigung derselben, Schließung und Ocffnung der Kirchcnthürcn u. s. w.
(tt) Kornelius theiit hier seine ganze Gemeinde in drei Klassen. Zu der ersten gehörendie, welche von der Gemeinde unterhalten werden oder die Geistliche» nebst den Wittwenund Armen, zu der andern die, welche das Meiste zu ihrer Unterhaltung beitragen oder dieReichen, und zu der dritten das übrige Volk, welches zwar nichts erhielt, aber auch wenigoder nichts gab.