2Z-1 Devins. Jahr Christus 251. Kornelius.
„Person Verwalter um Lohn. Diesem befahl sein Lohnherr zu opfern.„Als Jschynon sich dessen weigerte, schimpfte ihn jener und mißhandelte„ihn sogar, wie er noch länger ans seiner Weigerung beharrte. Zuletzt„aber, daJschyrion dieß Alles anshielt, nahm jener eine sehr große Stange,„rannte sie ihm durch den Bauch und die Eingeweide und tödtete ihn so.„Waö soll ich aber von der Menge derjenigen reden, welche in den Einöden„und ans den Bergen umhergeirrt und vor Hunger, Durst, Kälte, durch„Krankheiten, Räuber und wilde Thiere umgekommen sind? wovon dieje-nigen, welche übrig geblieben, Zeugen ihrer Erwählnng und ihres Sieges„sind. Jndeß zur Bestätigung der Sache will ich nur diesen Einen Vorfall„anführen. Ein gewisser Eharenion, ein sehr betagter Greis, war Bischof„von NilopoliS. (1) Dieser war mit seiner Gattin auf das arabische Ge-„birge geflohen ,(2) aber nicht mehr zurückgekehrt, und obgleich die Brüder„Alles durchsuchten, so konnten sie doch weder sie selbst, noch ihre Leichname„auffinden. Viele wurden auch auf dem arabischen Gebirge von den bar.„barischen Saracenen zu Sklaven gemacht und von diesen konnten Einige„nur mit Mühe um schweres Lösegeld losgekauft werden, bei Andern„aber war dieß bis jetzt noch gar nicht möglich. Dieß habe ich, mein Bru-„der, nicht ohne guten Grund erzählt, sondern damit du wissest, was und„wie viel Schreckliches uns betroffen hat, wovon diejenigen, welche es„am meisten zu empfinden hatten, wohl noch mehr wissen mögen."Kurz darauf fährt Dionysius also fort: „Diese unsere göttlichen Märtyrer„selbst, die nun Beisitzer Christi (5) und Genossen seines Reiches und Theil-„nehmcr an seinem Gerichte und Mitrichter sind, haben sich einiger der„gefallenen Brüder, die der Beschuldigung, geopfert zu haben, überwiesen„waren, angenommen. Und da sie ihre Umkehr und ihre Reue sahen und„urtheilten, daß sie dem angenehm seyn könne, der lieber die Reue des„Sünders, als seinen Tod will, so nahmen sie sie an, gaben sie der Kirche„wieder und ließen sie an ihren Gebeten und an ihren Mahlzeiten Theil (4)
(t) Eine Stadt in Mittelägypten.
(2) Das auf der Ostseite des Nils zwischen diesem Flusse und dem arabischen Meer-busen in langer Kette sich hinziehende Gebirge j. Dschibbcl Mokkatcm.
(3) Man glaubte nämlich in der alten Kirche, daß der Märtyrcrtod sogleich zu demHerrn in das Paradies führe, so wie, daß die Märtyrer mit Christus zu Gericht sitzenwürden. .
(4) Es gab eine zweifache Gemeinschaft in der Kirche: die Gemeinschaft des GebetSund die Gemeinschaft der Sakramente. Die Gemeinschaft des Gebets ward den Büßendennach Verlauf einer gewissen Zeit gestattet, allein die Gemeinschaft des Leibes Christi erhieltensie erst, wenn sie nach langen Bußfristen mit der Kirche ausgesöhnt waren. Man seheden Ilten, 12tcn und I3tcn Kanon des nicänischen Konciliums, woraus erhellt, daß dieGemeinschaft des Gebets für die Büßenden die letzt- Stufe zur Gemeinschaft der Sakramentegewesen. Dieß gilt nämlich von der öffentlichen Gemeinschaft, da den Büßenden zugestandenwurde, öffentlich mit dem ganzen Wolke in der Kirch- zu beten. Allein in dieser Stelledes Dionysius ist von der Privatgemeinschaft die Rede, welche von Einzelnen mit der öffent-lichen verwechselt wird. Privatgcmeinschaft nenne ich die, welche von einer Privatpersonund nicht vom Bischof, der eigentlich das Recht dazu hat, Jemand zugestanden wird.Z. B. wenn die Bekenner und Märtyrer die Gefallenen, von denen sie um ihr Mitleid undVermittlung gebeten wurden, gütig aufnahmen und ihnen erlaubten, mit ihnen zu beten.Diese Gemeinschaft, ungeachtet sie ihnen von den Märtyrern und Presbytern zugestanden