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Kirchengeschichte
Entstehung
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231
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DeciuS. Jahr Christus 251. Kornelius. 2.3 i

»Jungfrau Apollonia, schlugen sie auf die Kinnbacken nnd schlugen ihr»alle Zähne aus. Hierauf errichteten sie einen Scheiterhaufen vor derStadt und drohten, sie lebendig zu verbrennen, wenn sie nicht mitihnen die gottlosen Worte(1) aussprechen wurde. Da sie nun ein wenigbat und etwas losgelassen wurde, sprang sie eiligst in das Feuer nndverbrannte. Den Serapion, welchen sie in seinem eigenen Hause ge-griffen hatten, stürzten sie, nachdem sie ihn gransam gepeinigt nnd ihmalle Glieder zerbrochen hatten, von dem Oberstock seines Hauses kopf-nber hinab. Wir konnten keinen Weg, keine Straße, keine Gasse,weder bei Tag, noch bei Nacht, wandeln, da alle unausgesetzt undallenthalben schrien, wer nicht die gottlosen Worte aussprechen würde,der müsse augenblicklich weggeschleppt nnd verbrannt werden. Und dießhielt geraume Zeit auf diese Weise an. Wie aber die Uneinigkeit nndder Krieg im Innern über die Unglücklichen hereinbrach, so wandtensie in diesem ihre bisher gegen uns verübte Grausamkeit gegen einanderselbst. Und wir athmeten wirklich einige Zeit wieder auf, da es ihnenan Zeit zum Wüthen gegen uns gebrach. Kaum aber hatte man dieNachricht von der Veränderung der uns so wohlwollenden Regierung (2)erhalten, als eine große Furcht vor den gegen uns ausgestoßenenDrohungen entstand. Und schon erschien das Edikt, in Folge dessenfast jenes Atlerschrecklichste, nämlich das von unserem Herrn VorauSge-,,sagte,(5) daß, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten abfallenwürden, geschah. Alle wurden wenigstens von einem gewissen Schreckenergriffen. Und Viele von den Vornehmen gingen aus Furcht sogleichhin, Andere, die in öffentlichen Aemtern standen, wurden von ihrenGeschäften dahin gerufen, (4) wieder Andere mußten erst von ihrenAugehörigen und Freunden dazu genöthigt werden. Namentlich ans-gerufen, traten sie hin zu den unheiligen und unreinen Opfern, dieeinen blaß und zitternd, als wenn sie nicht opfern, sondern selbst denGötzen zum Schlachtopfer dienen sollten, so daß sie von dem herum-stehenden zahlreich versammelten Volke Spott und Hohn erdulden mußten,als Leute, die offenbar zu bcidem zu feige setzen, zum Sterben, wiezum Opfern, Andere aber gingen bereitwilliger zu den Altären hin,mit großer Frechheit versichernd, daß sie früherhin keine Christen gewesenseyen. Bei ihnen zeigte sich der Ausspruch Christi bewährt, daß die

(1) Es waren wohl gewisse Formeln, welche Lästerungen gegen Christum enthielte»,deren Inhalt aber nicht näher bekannt ist.

(2) Nämlich von dem Tods des Philippus, in dessen letztes Jahr die angegebenenUnruhen zu Alexandrien fallen.

(3) Matth. 24, 24.

(4l Nämlich auf das Rathhaus, wo das Edikt des Kaisers vorgelesen und sodann ausden daselbst befindlichen Altären geopfert wurde. Jndcß Neandcr meint, die Worteoi räz» n^ccEekw scyen eine Ucbcrsctzung des lateinischen Kurialstvls:

actis publicis convoniii und dafür spreche auch Rufins Ucbcrsetzung und der Gegensatz vondieser Stelle. In diesem Falle wäre der Sinn, daß Andere in Folge der an sie ergangenenöffentlichen Aufforderung vorgeführt worden seyen.