229 Alexander Severus. I. Ch. 232. Pontianus.
„welche er geschrieben, hat er nur einige wenige Zeilen geschickt. Petrus,„auf welchen die Kirche Christi gebaut ist, welche die Pforten der Ho lle nicht„überwältigen werden, hat nur Einen allgemeinen angenommenen Brief„hinterlassen : doch mag er auch den zweiten geschrieben haben, denn er wird„widersprochen. Was soll ich aber von dem sagen, der an der Brust Christi„gelegen hat, von Johannes, welcher Ein Evangelium hinterlassen hat,„mit dem Bekenntniß, er könne so viel schreiben, daß es die Welt nicht zu„fassen vermöchteEr hat aber auch die Offenbarung geschrieben, mit„dem Befehl, zu schweigen und die Stimmen der sieben Donner nicht zu„schreiben. Er hat ferner auch einen Brief von nur wenigen Zeilen hinter-lassen : unsertwegen mag er aber auch den zweiten und dritten geschrieben„haben, denn nicht alle halten diese für echt. Beide machen indessen zusam-„men nicht t.00 Zeilen aus.« Ueberdieß äußert sich Origcnes über denBrief an die Hebräer in seinen Hvmilien über denselben also: „Daß die„Schreibart des Briefs an die Hebräer keine Spur von der Uugebildetheit„des Apostels im Ausdruck, der doch von sich selbst gesteht, daß er in Mör-len, d. h. im Ausdruck, ungebildet sey, enthalte, sondern daß der Brief„seiner ganzen Wortfügung nach besser griechisch ist, wird jeder zugeben,„der den Unterschied des Ausdrucks zu beurtheilen versteht. Daß dagegen„die Gedanken in diesem Briefe bewunderungswürdig sind und den allge-„mein angenommenen Briefen der Apostel nichts nachgeben, darin wird„ebenfalls jeder, welcher die Schriften der Apostel mit Aufmerksamkeit liest,»übereinstimmen." Weiterhin fährt er also fort: „Um aber meine Ansicht„zu sagen, so glaube ich, daß die Gedanken dem Apostel angehören, der„Ausdruck aber und die ganze Zusammenstellung einem andern, der die„Reden des Apostels aufgeschrieben und die Worte seines Lehrers gleich-kam mit seinen eigenen deutlichen Worten vorgetragen hat. Wenn nun„also eine Gemeinde diesen Brief für paulinisch hält, so mag sie darum ge-lobt werden. Denn nicht ohne Grund haben ihn uns die Alten als ein„Werk des Paulus hinterlassen. Wer ihm aber seine schriftliche Form ver-liehen hat, davon weiß nur Gott das Wahre. Die aus uns gekommenen„Nachrichten sagen, theils Klemens, der Bischof von Rom, sey der christliche„Bearbeiter, theils Lukas, der Verfasser des Evangeliums und der Apostel-geschichte." So weit hievon.
Sechs und Zwanzigstes H au pt stück.
Wie HcraklaS das Bisthum zu Alexandrien überkommen.
Es war das zehnte (2) Jahr der Regierung Alexanders, als Origenesvon Alexandria nach Cäsarea sich begab und dem Herakles die dortige Kate-
(t) Joh. 21, 25.
(21 In einigen Handschriften und bciMccphoms steht das zwölfte Jahr. In verschiede-nen Handschr. der Chronik des Eusebius wird Origcnes Reise von Alexandrien nach Cäsa-