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Kirchengeschichte
Entstehung
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128
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128 M. Aurelius u. L. Berus. I. Ch. 168. ^lnicetus.cS schneller gethan, als gesagt ward. Die VolkShanfen schleppten sogleichHolz und Reiser ans den Werkstätten und Badanstalten herbei, wobeihauptsächlich die Inden, ihrer Gewohnheit nach, mit dem größten Eifersich geschäftig erwiesen. Als nun der Scheiterhaufen fertig war, zog Poly-karpus selbst alle seine Kleider ans, lös'te sich den Gürtel auf und versuchteauch sich die Sohlen an den Fußen loszubinden,(1) was er früher nichtgethan harte, da immer jeder Gläubige sich beeiferte, zuerst seine Haut zuberühren. Denn er ward, auch ehe noch das Alter seine Haare bleichte,seines trefflichen Wandels wegen vorzüglich geehrt. Alsbald wurden ihmnun die zum Scheiterhaufen gehörigen Gegenstände (2) angelegt. Alssie ihn auch au den Pfahl mit Nägeln befestigen wollten, sagte er: Läßtmich nur so! Denn der, der mir Kräfte verleiht, die Flammen auszu-stchn, wird mir auch Kraft geben, fest zu stehen auf dem Scheiterhaufen,ohne daß ihr mich annagelt. Sie nagelten ihn also nicht an, sondernbanden ihn nur fest. Nachdem er die Hände auf dem Rücken hatte undangebunden war gleich einem schönen Widder, auserwählt aus einergroßen Heerde dem allgebietcnden Gott zum wohlgefälligen Brandopfer,sprach er:Vater deines geliebten und hochgelobten SohnesJesu Christi, durch welchen wir die Erkennt» von dirempfa ngcn haben, Gott derEngel und derKräfte undderganzen Schöpfung und aller Gerechten, die vor deinemAngesichte leben, ich pr eisedich, daß du mich gewürdigt hastdiese 6 TagS und dieser Stunde, Theil zu nehmen an derZahl deiner Zeugen, und am Kelche Christi, zur Aufer-^.st e h u u g d er Se e le u nd d es Leibe 6 zu m ewigen Leben in derunvergänglichen Kraft des heiligen Geistes. Möge ich»unter diese heute vor dir aufgenommen werden als einfettes, wohlgefälliges Opfer, wie du mich als ein un t r ü g-licher wahrhaftiger Gott dazu bereitet, es mir vorher »er«k ün det un d nu n erfüllt hast. Darum lobe ich dich, preiseich dich und verherrliche dich für dieß alles durch den e w i-gen Hohenpriestern, Jesum Christum, deinen geliebtenSohn. Durch ihn sey d i r m i t i hm i m he i lige n Gei ste Eh rejetzt so wie in alle Ewigke.it. Ame u.« Nachdem er dieses Amendargebracht und sein Gebet auf gehörige Weise gesprochen hatte, zündetendie dazu bestimmten Leute das Feuer an und die Flamme loderte hoch auf.Da sahen wir, denen es vergönnt war, es zu sehen und die wir auch da-zu aufbehalten sind, den übrigen diesen Vorfallzu berichten, ein Wunder.Das Feuer nämlich bildete eine Art Wölbung gleich einem Schiffssegel,wenn eS vom Winde aufgebläht wird und nmgab ringsherum den Körper desMärtyrers. Dieser, in der Mitte stehend, war nicht wie Fleisch, das ver-

(1) Diesen Dienst pflegten die alten Christen den Bischöfen und Bekenner» zu leisten.

(2) Nämlich ein mit Pech getränktes Hemde, Strick rc.