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Kirchengeschichte
Entstehung
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99
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Trajanus. Jahr Christus 98. (108). Klemens. 99von der Menge der des Glaubens wegen Hingerichteten an den Kaiser ab-zufassen. Er bemerkt aber zugleich in demselben, er habe nicht gefunden,daß sie etwas Gottloses oder Gesetzwidriges verübten, ausser daß sie in derMorgenstunde sich versammelten und Christum gleich einen Gott mit Liedernpriesen. (1) Ehebruch hingegen, Mord und andere Verbrechen dieser Artsehen auch bei ihnen verdammt und sie lebten in altem den Gesetzen gemäß.Auf diesen Bericht verordnete Trajanus, man solle zwar keine Nachforschun-gen gegen die Christen anstellen, wenn sie aber vor Gericht gebracht wür-

Götterbildcrn hatte hcrbeibringcn lassen, durch Weihrauch und Wein; überdicß ver-wünschten sie Christus, wozu doch, wie man sagt, die wahren Christen sichnicht zwingen lassen. Ich glaubte also, sie entlassen zu dürfen. Andere vom Angebernamentlich Bezeichnete sagten zwar, daß sie Christen wären, leugneten es aber bald daraufwieder; sie wären es zwar gewesen, hätten aber aufgehört, es zu scyn, einige vor drei,andere vor mehreren Jahre», einer sogar schon vor 20 Jahren. Alle beteten Dein Bildund die-Bilder der Götter an; auch verwünschten sie Christus. Sic bcthcuertcn: ihreganze Schuld, oder ihr Jrrthum habe darin bestanden, daß sie die Gewohnheit gehabt,an einem bestimmte» Tage vor Anbruch des Tages zusammenzukommen und unter einanderChristo, als einem Gott, ein Loblied .anzustimmen und sich durch einen Eid, nicht zueinem Verbrechen, sondern dazu verbunden hätten, weder Diebstahl, noch Raub, nochEhebruch zu begehen, weder ihr Wort zu brechen, noch das Anvertraute, wenn es zurückverlangt würde, abzuleugnen. Wenn sie dieß vollbracht, scycn sie gewohnt gewesen,auseinander zu gehen, dann aber wieder zusammenzukommen um Speise zu genießen,jedoch gewöhnliche und unschuldige. Aber auch dieß hätten sie unterlassen, nachdem ich,Deinem Befehl gemäß, die Verordnung wegen des Verbots geheimer Verbindungensllotwi'ias) erlassen hätte. Desto nöthiger schien es mir, aus zwei Dienerinnen (unoiliis)welche bei ihnen Aufwärtcrinncn snnnistrw) genannt wurden, die Wahrheit dieser Aus-lagen selbst durch die Folter (tvrmonla) zu erforschen. Allein ich fand weiter nichts,als einen schlechten und unmäßigen Aberglauben; und deshalb habe ich, unter Aufschubder Untersuchung, zuvor deinen Rath einholen wollen. Die Sache schien mir,hauptsächlich wegen der Menge der dabei Gefährdeten eine Berathung zu verdienen.Denn viele Leute von jedem Alter und Stande, auch von beiderlei Geschlecht, werden inGefahr gezogen und noch gezogen werden. Denn nicht nur über die Städte, sondernauch über die Flecken und Dörfer hat sich die ansteckende Seuche dieses Aberglaubensverbreitet. Doch scheint es, daß man noch Einhalt thun und verbessern könne. So vielist wenigstens gewiß, daß die schon fast verödeten Tempel wieder besucht zu werden an-langen und die lange unterlassenen feierlichen Opfer wieder beginnen; ferner, daß hin undwieder Opfcrthiere zum Werkauf kommen, wozu sich bisher sehr selten ein Käufer findenwollte. Hieraus läßt sich leicht die Vermuthung ziehe», welch großer Haufe von Men-schen auf bessere Wege gebracht werden könne, wen» man ihrer Reue Raum geben wollte."Die Antwort Trajans, welche, wie gewöhnlich, die Kraft und Wirkung eines kaiserlichenReskripts hatte, war kurz und einfach diese:Das Verfahren, welches Du, mein Sccun-dus, bei Untersuchung derjenigen, welche Dir als Christen angegeben wurden, beobachtethast, war so, wie es seyn sollte. Es läßt sich hier etwas Allgemeines, was eine gc-wihe, bestimmte Form habe, nicht festsetzen. Man muß sie nicht aufsuchen, aber strafen,wenn sie angegeben und überwiesen werden. Jedoch ist dabei zu beobachten, daß der-jenige, welcher leugnet, daß er ein Christ scy, und dieß durch die That beweiset, dasheißt, unsere Göttpr anrufet,, wegen seiner Neue Verzeihung erhalte, wenn er auch wegendew Vergangenheit Verdacht gegen sich haben sollte. Klagschriftcn ohne Namen des Vcr-fasscrs dürfen bei keinem Verbrechen zugelassen werden. Denn dieß wäre ein schlimmesBeispiel und unserem Zeitalter nicht angemessen."

sl) Zunächst mochte heißt es in Augustis Denkwürdigkeiten aus der christl. Archäo-logie lom. IV. p. »2. 2. diese Sitte Wehl in der Furcht vor den Heiden ihren Grundhaben doch mochte auch der Hang zur Mystcriosoxhie, welche eine Freundin der Nachtwar und die Pcrvigilia so sehr begünstigte, dazu antreibe», ss-ire-m, wie bei PliniuS daslateinische ouimon elioore kann ebensowohl von einem Gebet, als einem Loblicde verstan-den werden. August! hält in der angeführten Stelle das letztere für wahrscheinlicher, we-gen des beigefügten 0!>rislu guasi ,Ioo , woraus, wenn man auch mit mehreren Autzlegern das«luasi^ üoo für einen Zusatz des Minus halten wolle, doch so viel zu erhellen scheine, daßChristus das Objekt dieser Gebete oder Gesänge scy. >

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