Trajanus. Jahr Christus 98.
<ZWeinndzwan)igstcs Haupt stück.
Wie Ignatius zweiter Bischof von Antiochien gewesen.
Zu derselben Zeit war in Antiochien, wo Evodius erster Bischof ge-wesen war, Ignatius (1) als zweiter bekannt. Ebenfalls als zweiler nachdem Bruder uusers Erlösers stand damals Symeon der Gemeinde zuJerusalem vor.
DreiundZVanHgstes Haupt stück.
Erzählung von dem Apostel Johannes.
Zu der damaligen Zeit war in Asien noch jener Jünger, welchen Jesuslieb hatte, nämlich der Apostel und Evangelist Johannes, am Leben undstand den dortigen Kirchen vor, nachdem er nach dem Tode Domitians wie-der ans seiner Verbannung auf der Insel zurückgekehrt war. Daß aberJohannes wirklich noch damals am Leben war, mag mit den Wortenzweier Zeugen beglaubigt werden. Denn Glaubwürdigkeit dürfte wohldenen nicht abgesprochen werden, welche als Vorkämpfer kirchlicher Necht-glanbigkeit gelten, ich meine dem Irenaus und Klemens von Alexandrien.Der erste von diesen sagt im zweiten Buche wider die Ketzereien wörtlichFolgendes: „Alle Nettesten bezeugen es, welche in Asien mit Johannes,„dem Jünger des Herrn, umgegangen sind, daß Johannes es erzählt habe.„Denn er war noch bis auf die Zeiten Trajans bei ihnen." Dieselbe Nach-richt enthält sein drittes Buch in folgenden Worten : „Aber auch die Kirche„zu Ephesns, welche von Paulus gegründet worden und bei welcher Johannes„bis auf Trajans Zeiten geblieben ist, ist eine wahrhafte Bezeugen» der„apostolischen Ueberliefernng." Klemens aber gibt in seiner Schrift, die denTitel führt: We r ist de r Nei ch e, der selig wird? dieselbe Zeitbe-stimmung, womit er noch eine Erzählung verbindet, welche für diejenigen,welchen das Anhören des Schönen und Nützlichen Freude macht, höchstansprechend ist. Seine Worte sind folgende: „Vernimm eine Sage, welche„keine Sage ist, sondern eine wahre Erzählung, welche man vom Apostel„Johannes überliefert und im Gedachtniß aufbehalten hat. Als nämlich„dieser Apostel nach dem Tode des Tyrannen von der Insel Patmvs nach„Ephesns zurückgekehrt war, so besuchte er auf Verlangen auch die benach-„barten Gegenden der Heiden, thcils um Bischöfe einzusetzen, theils um„ganze Gemeinden einzurichten, theils um Kirchenlehrer nach den Ein-„gebnngen des heiligen Geistes zu bestellen. Er kam nun auch in eine
(t) Dicß sott derselbe gewesen scyn, den Christus auf seine Arme nahm und segnete,als die Mutter ihm ihre Kinder brachten, woher auch sein Beiname Theophoros, der vonGott getragene, kommen soll. Mehreres von ihm gibt das 36ste Hauptstück dieses Buchs.