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Kirchengeschichte
Entstehung
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67
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Nero. Jahr Christus L7. Linus. 67

Worten (1) in dem vorhin erwähnten allgemein als echt angenommenenBriefe, welcher an die in der Zerstreuung lebenden Inden in PontnS, Gala-tien, Kappadocien, Asien und Bithynien gerichtet ist, erhellen. Wie vieleaber und welche echte Nachfolger dieser Apostel geworden und die von den-selben gegründeten Gemeinden zu weiden stlchtig erfunden worden sind, istnicht leicht anzugeben, ausgenommen diejenigen, welche man aus denAusdrücken Pauli als solche erkennen kann. Denn unzählig ist die Mengeder Mitarbei.er oder, wie er sie selbst nennt, der Mitstreiter dieses Apostels.Die meisten derselben sind eines unvergeßlichen Andenkens von ihm dadurchgewürdigt worden, daß er von ihnen ein unvergängliches Zcugniß in seinenBriefen niedergelegt hat. Doch auch Lukas führt in der Apostelgeschichteseine Vertrauten an und erwähnt ihrer. Von Timotheus wird erzählt,er sey der erste Bischof der Gemeinde zu EphesuS gewesen , so wie Titus derKirchen auf Kreta. Lukas aber, aus der Gattung derer, die von Antio-chien ausgingen (2) und eigentlich ein Arzt, lebte größteuthcils in der Ge-sellschaft des Paulus und pflog auch sonst mit den übrigen Aposteln fleißigenUmgang. Von seiner Seclenheilkunde, welche eine Frucht desselben ist, hater uns die Beweise in zwei von Gott eingegebenen Schriften hinterlassen,nämlich in seinem Evangelium, welches er, wie er selbst sagt,(Z) nach dem-jenigen verfaßte, waS ihm diejenigen überliefert hatten, die von Anfangselbst Augenzeugen und Diener des Worts gewesen, welchen allen er auchvon Anfang an, wie er selbst sagt, gefolgt ist und in seiner Apostelgeschichte,welche er nicht vom Hörensagen, sondern als Augenzeuge niedergeschriebenhat. Die erstere Schrift soll Paulus meinen, wenn er wie von eintm vonihm selbst verfaßten Evangelium den Ausdruck gebraucht:Nach meinemEvangelium." (4) Von den übrigen Jüngern Pauli reiste Krestens , wieder Apostel selbst erwähnt, (5) nach Gallien, Linus aber, dessen er in seinemzweiten Briefe an Timotheus, als bei ihm zu Rom befindlich, gedenkt,wurde, wie ich schon oben erzählt habe, nach Petrus der erste Bischof derGemeinde zu Rom. Aber auch des Klemens, des dritten Bischofs der rö-mischen Kirche, thut Panlus(L) als seines Mitarbeiters und MitkämpfersErwähnung. Außer diesen wird noch jenes Mitglied des Areopagns, (7)

(t) t Pete, t, 1.

(2) Eusebius scheint den Apostelgesch. tZ, 1. unter den zu Antiochien als christlichenPropheten und Lehrer sich auszeichnenden genannten Luciair von Chrene für eine Personmit dein Evangelisten Lukas zu halten (was jedoch schon des Namens wegen nicht scpnkann, da Lukas nicht aus Lucius, sondern aus Lukanus oder Lucilius abgekürzt ist).Sollte dicß aber auch nicht der Fall scvn, so folgt aus dem Ausdruck des Eusebius nochnicht, daß Lukas von Antiochien gebürtig war.

(3) Lukas i, 2, 3.

(4) Die Stelle ist Nömerbr. 2, t6. und 2 Tim. 2, 8. und auch Origcncs glaubtenach unsererKirchcngcschichtc 6, 25., daß Paulus hier das Evangelium des Lukas meine, alleindicß bedarf wohl keiner Widerlegung. Man verwechselt bei dieser falschen Auslegung desWortes Evangelium Pauli Lehre offenbar mit einer Lebensbeschreibung Jesu von Paulus.

(5) 2 Timoth. 4, 9., wo aber unsere Ausgaben dcS neuen Testaments nicht Gallien,sondern Galatien lesen.

(L) Philpp. 4, 3.

t.7) So hieß der höchste Gerichtshof Athens in Kriminal- und andern Kapitalsachcn.