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»befolgen die gleichen Grundsätze." Dies; scheint von einem Mann geschrie-ben, der ihre Auslegungen der heiligen Schrift selbst mit angehört hat.Was die Schriften der Alten betrifft, welche steh nach Philo bei ihnen befin-den, so mochten dies; nicht unwahrscheinlich die Evangelien und die Schriftender Apostel seyn und einige Auslegungen vermnthlich über die alten Pro-pheten, wie sie der Brief an die Hebräer (l) und mehrere andere Briefe desPaulus enthalten. Weiterhin fährt Philo fort, daß sie neue Psalmenverfertigen. »Sie ergeben sich aber — sind seine Worte — nicht bloß der»Betrachtung, sondern sie verfertigen auch Gesänge und Loblieder auf Gott„in allerhand Versmaßen und nach allerlei Weisen, jedoch bedienen sie sich„dabei natürlicherweise nur erhabener Versarten." Philo erzählt hieraufin demselben Buche noch manches Andere von den Therapeuten, allein ichglaube vorzüglich das zusammenstellen zu müssen, wodurch das Charakteri-stische der Kirchenzucht vor Augen gestellt wird. Wenn aber Jemandglaubt, das Angeführte sey keineswegs der evangelischen Kirchenverfassuugeigenthümlich, sondern könne auch auf andere, als auf die Christen, passen, derlasse sich wenigstens durch die folgenden Worte Philo's überzeugen, swelchefür ihn, wenn er anders billig seyn will, ein unwidersprechliches Zeugnißdavon enthalten werden. Sie lauten also: (2) „Die Enthaltsamkeit achten sie»für die Grundtugend, worauf sie die andern bauen. Speise oder Getränke„möchte nicht leicht einer vor Sonnenuntergang zu sich nehmen, denn sie„betrachten das Philosophiren als das einzige würdige Werk des Lichts, die„Befriedigung der körperlichen Bedürfnisse dagegen als Sache der Finsterniß,„wcßhalb sie jener den Tag, dieser einen unbedeutenden Theit der Nacht„widmen. Mehrere von ihnen, welche inbrünstiger nach Weisheit streben,„denken erst nach drei Tagen an Nahrung. Einige aber ergötzen sich und„schwelgen so sehr in den Gerichten der Weisheit, welche ihnen ihre Lehren„in reichlichem, vollkommenem Maße vorsetzt, daß sie sogar doppelt so viele„Tage dem Hunger widerstehen und gewöhnlich erst am sechsten Tage die„nothdürftige Kost zu sich nehmen." Ich finde in diesen Worten Philo'sdeutliche, unwidersprechliche Beziehungen auf die Christen. Sollte aberauch auf dieses hin noch Jemand in hartnäckigem Widerspruch beharren, somag er durch noch mehr in die Augen springende Merkmale, welche mansonst nirgends, als bei dem evangelischen Gottesdienst der Christen findet,sich überzeugen und seine Schwcrgläubigkeit fahren lassen. (Z) „Es scyen,"erzählt Philo, „auch Weiber bei ihnen, von welchen die meisten bejahrte
(1) Wer sieht nicht den groben Anachronismus, welche» Eusebius hier abermalsbegeht? Philo .war mit den Aposteln gleichzeitig und den Jahren nach vielleicht älter alsmancher unter ihnen. Viele Schriften des neuen Testaments, ja die mehrstcn, waren zuseiner Zeit noch gar nicht heraus, und wenn ja einige heraus seyn mochten, so konnten siehöchstens ein paar Jahre geschrieben seyn, ehe Philo von den Therapeuten schrieb. Wiekonnte er denn diese Schriften der Alten nennen? Man sieht also, daß Eusebiussich abermals in einem frommen Traum befunden, als er diese Stelle des Philo von denChristen verstanden. Stroth.
(2> S. 476.
(P S. 482.