Klaudws. Jahr Christus 4L. ^
und daselbst an einem feierlichen Festlage, mit einem glänzenden Königs-gewande angetban, von hohem Thron herab eine Rede an das Volk hielt,da schlug ihn, nach der Erzählung der Schrift, wie das ganze Volk ihmwegen seiner Rede Beifall zurief, als wenn dieß eines Gottes, nicht einesMenschen Stimme wäre, der Engel des Herrn, so daß er von den Würmerngefressen ward und seinen Geist aufgeben mußte. UebrigenS verdient dieUebei einstimmnng des Iosephus mit der Erzählung der heiligen Schrift auchbei diesem wunderbaren Vorfalle Bewunderung. Iosephus gibt der Wahr-heit ein offenbares Zeugniß, wenn er im Igten Buche seiner Alterthümer (1)das Wunder auf folgende Art erzählt: „Bereits waren drei Jahre verflossen,„seit Herodes als König über ganz Judäa herrschte, als er nach Eäjarea,„welches vormals Stratvus Thurm hieß, kam. Er hielt daselbst Spiele zur„Ehre des Kaisers, da, wie er wußte, dieses Fest für die Wohlfahrt dessel-ben angeordnet war. (2) Eine Menge durch Rang und Würde ausgezeich-neter Personen hatte sich aus der römischen Provinz (5) zu diesem Feste„eingefunden. Am zweiten Tage der Schauspiele mit Anbruch des Tages„erschien der König, mit einem ganz ans Silber verfertigten Gewände von„bewnndernswerther Arbeit angethan, in dem Theater, Hier warf das„Silber, von den ersten darauf fallenden Sonnenstrahlen beschienen, einen„wundervollen Abglanz von sich, dessen Schimmer für diejenigen, welche„scharf hinsahen, Furcht und Zittern verursachte. Da erHuben die Schme'.ch-„ler alsbald von allen Seiten laut ihre dem Könige keineswegs heilbringenden„Stimmen, nannten ihn einen Gott und riefen aus: Mögest du uns gnädig„seyn! Wenn wir auch bisher als einen Menschen dich gefürchtet haben, so„bekennen wir doch von nun au, daß du mehr als ein sterblicher Mensch„bist. Der König gab ihnen deßwegen weder einen Verweis, noch lehnte„er ihre gottlose Schmeichelei von sich ab. Als er aber bald nachher auf-blickte, sah er einen Engel (ü) über seinem Kopfe sitzen. Er merkte sogleich,„daß dieser ihm Unglück bringen würde, wie er ihm einst Glück gebracht„und empfand alsbald einen Schmerz, der ihm das Herz durchdrang. Auf
(t) Im neunten Hauptstück.
(2> Iosephus erzählt >6, 4 seiner Alterthümcr, daß Herodes der Große im 2gstcnJahre iciner Regierung, in der 192sten Olympiade nach vollendeter Erbauung von Cäsarm(woran tp Jahre gebaut worden), diese Sviele mit großer Pracht zu Ehren des Kaisersangeordnet und festgesetzt habe, daß sie alle fünf Jahre gehalten werden sollten. Es warenKampf- emd Fcchtcrspicle, Thicrgeftchte und Concerte. Stroth.
Gl Iosephus meint hier wohl Syrien oder Phonicien, das in: Gegensatz gegen Judäa,wo damals Agripxa regierte, die Provinz hieß.
(4) Eusebius hat in der angeführten Stelle des Iosephus willkürlich geändert. Io-sephus schreibt, er habe eine Eule über sich sitzen gesehen. Seine Worte lauten wortlich:„Als er nun bald darauf aufblickte, sah er über seinen: Kopfe ans einem Seile ldas zum„Ueberziehen von Decken gegen die Sonne über das Theater gespannt war) eine Eule sitzen„und merkte alsbald, daß dieß ein Unglücksbote (äz^x/lo?) flir ihn scy, so wie es ehemals„ein Glücksbote für ihn gewesen." Dieß letztere bezieht sich auf eine andere 'Erzählung desJoicphns )8, 8 der Altcrthümer, wo er sagt, als Agrippa als Gefangener zu Ron! untereinem Baum gestanden, habe ein gefangener Deutscher, der die Wahrsagckunst verstanden,über seinem Kopf eine Eule gesehen und ihm daraus prophczciht, daß er zu großen Ehrenkommen würde, aber auch dabei gesagt, daß, wenn er diesen Vogel zum andernmal sehe»wurde, er den fünften Tag darauf sterben würde. Stroth.