A4 Tiben'itS. Jahr Christus 24.
schreibt: (1) »Einen andern Apostel sah ich nicht, als JakobuS, des Herrn„Bruder." Damals ging auch das Versprechen, das unser Erlöser demKönige der Osrocner gelhan, in Erfüllung. Thomas sandte nämlich, Irn-ich ans der daselbst aufgefundenen Schrift kaum erst angezeigt habe, (2)auf höheren Antrieb den Thaddäus als Herold und Verkündiger der LehreChristi nach Edcssa. Nachdem dieser in jene Gegenden gekommen war, heilteer durch das Wort Christi den Abgarns, setzte alle dortigen Einwohner durchdas Außerordentliche seiner Wunderwerks in Erstaunen, und machte sie,nachdem er sie durch seine Thatcn in die rechte Stimmung versetzt und zurVerehrung der Kraft Christi gebracht, zu Schülern der heilbringenden Lehre.Von dieser Zeit an bis jetzt ist die ganze Stadt Edcssa dem Bekenntnis; Christieifrigst zugethau, da sie keinen gewöhnlichen Beweis des WohlwollensChristi gegen sie besitzt. So erzählen alte Nachrichten. Doch gehen wirwiederum zur heiligen Schrift über. Als nach dem Märtyrertode des Ste-phanus die erste große Verfolgung der Kirche von Jerusalem von den Judenselbst verhängt wurde und alle Jünger, mit alleiniger Ausnahme der zwölf,in Jndäa und Samaria sich zerstreuten, so kamen, wie die heilige Schrifterzäb einige bis Phönicien, Cypern und Antiochien, vermochten es aberno.'d nicht, es über sich zu bringen, auch den Heiden das Wort des Glau-ben mitzutheilen, sondern verkündeten es allein den Juden. Damalsiv thets auch Paulus noch gegen die Kirche, (3) drang in die Wohnungender Gläubigen ein, schleppte Weiber und Männer hinaus und überliefertefe in das Gefängniß. Unter den Zerstreuten befand sich auch noch Philip-pus, einer von den zugleich mit Stephanns zu Diakonen Erwählten. Dieserkam. nach Samaria (h) und verkündigte, von göttlicher Kraft erfüllt, zuerstden dortigen Leuten daö Wort. Die göttliche Gnade aber wirkte so sehrmitihm, daßauchSimon derMagier(S) milden meisten andern Einwohnerndurch seine Reden hingerissen wurde. Dieser Simon war damals so berühmtund hatte die von ihm Verführten durch seine Gaukelei so sehr eingenommen,daß man ihn für die große Kraft Gottes hielt. (6) Dieser nun, durch dievon Philippus mit der Kraft Gottes verrichteten Wunderthaten in Erstaunengesetzt, schlich sich heimlich ein und gab sich bis zur Taufe das Ansehen, alsglaube er an Christus. Dasselbe kann man noch jetzt nicht ohne Verwun-derung an denen wahrnehmen, welche noch seiner verruchten Sekte anhängen.Sie schleichen sich nach der Art und Weise ihres Stammvaters gleich eineransteckenden, krätzartigen Krankheit in die Kirche ein und stürzen alle die-jenigen, bei welchen es ihnen gelingt, ihnen das tödtliche und gefährliche
Galat. 1, tS.
(2) Oben 1, 12.
(3) Apostclgcsch. 3, 3.
(4) Aposteigesch. 8, 5 —24.
(5) Der Name Magus war der Ehrenname jedes Orientalen, welcher geheimereKenntniste besaß oder zu besitzen vorgab. Um die Zeit Christi und der Apostel wurden vor-züglich jene religiösen Betrüger und Liebhaber geheimer Weichest damit bezeichnet, welchedamals in großer Anzahl die Länder durchzogen.
(6) D. h., er wurde für eine verkörperte Kraft Gottes angesehen.