Tiberius. Jahr Christus ZV.erzählt JosephuS vvn Johannes. Eben derselbe gedenkt aber auch unseresErlösers in demselben Buche mit folgenden Worten: „Um dieselbe Zeit lebte„ein gewisser Jesus, ein weiser Mann, wenn mau ihn anders einen Mann„nennen darf. Denn er verrichtete wunderbare Thatcn und war ein Lehrer„solcher Menschen, welche gerne die Wahrheit hören. Er zog viele Inden,„aber auch eine Menge Heiden an sich. Dieser Mann war der Messias.„Er wurde zwar ans die Anklage der Vornehmsten unseres Volkes von P'>„latus zum Kreuzestods verurthcilt, allein diejenigen, welche ihn gleich„anfangs geliebt hatten, ließen dennoch nicht von ihm ab. Denn er erschien„ihnen wiederum lebendig am dritten Tage, wie dieses und andere unzähl-bare Wunder die göttlichen Propheten zum Voraus verkündigt hatten,„lind bis auf den heutigen Tag hat das Geschlecht derer, die nach ihm Chri-„sten genannt worden sind, nicht aufgehört." Da nun dicß ein Schrift-steller aus den Juden selbst in seinem Werke von dem Täufer Johannesund vvn unserem Erlöser erzählt, was bleibt nun noch den Erdichternder Akten gegen die Christen übrig, um nicht als unverschämte Menschenüberführt zu werden? So viel hievvn.
Iwö'istes Hauptstück.
Bon den Jüngern nnserö Erlösers.
Die Namen der Apostel nnsers Erlösers sind Jedem aus den Evangelienbekannt, allein von den 70 Jüngern findet sich nirgends ein Verzeichnis;.Einer von ihnen soll Barnabas gewesen seyn, dessen die Apostelgeschichtehin und wieder erwähnt, besonders aber auch Paulus in seinem Briefe andie Galater. Auch Sosthenes soll sich unter ihnen befunden haben, dernebst PanlnS av die Kvrinthier geschrieben hat. So erzählt Klemens imfünften Buche seiner Entwürfe, hl) worin er auch berichtet, daß KephaS, einNamensverwandter des Apostels Petrus, von dem Paulus sagt: (2) „Als
„an ihn anschlössen. Er wurde zwar auf die Anklage der Vornehmsten unseres Kolks„von Pilatus zum Krcuzcstode vcrurtheilt, allein diejenigen, welche ihn gleich anfangs„geliebt hatten, ließen nicht von ihm ab, und bis jetzt hat das nach ihm genannte„Ehristengeschlccht noch nicht aufgehört." Heimchens dagegen halt folgende Worte fürdie Worte des Joscphus: „Um diese Zeit lebte Jesus, ein weiser Mann, sintemal man„(in dieser Bedeutung nimmt Heimchens eiche) ihn einen Mann nennen muß. Er„bewirkte, daß viele Juden, aber auch eine Menge Heiden sich an ihn anschlösse».„Er wurde zwar auf Anklage der Vornehmsten unseres Volks vvn Pilatus zum Kreu-„zestode vcrurtheilt, allein diejenigen, welche ihn gleich anfangs geliebt hatten, ließen„nicht von ihm ab, und bis jetzt hat das nach ihm genannte Cyristcngeschlccht noch nicht„aufgehört." ^
(1) Diese Entwürfe, Hypotyposes, gehören unter die verloren gegangenen Schriftendes Klemens von Alexandrien. Er hatte sie in acht Blicher abgetheilt, welche weiter umennoch öfter von Eusebius angeführt werden. Uebrigcns wird jeder Leser leicht von selbstsehen, wie widersinnig hier ein neuer KephaS geschmiedet wird; vielleicht, um das Auffal-lende in dem Streit der Apostel zu mindern. Stroth.
(2) Galat. 2, 1k.