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Kirchengeschichte
Entstehung
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15
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Augustus. Jahr Christus 1. IS

Einführung einer offenbaren Knechtschaft, und riefen das Volk zur Verthei-»digung der Freiheit.« Und in dem zweiten Buche seiner Geschichte desjüdischen Krieges (1) schreibt er von eben demselben Folgendes:Damalsreizte ein gewisser Galiläer, Namens Judas, seine Landsleute zur Empö-rung, indem er ihnen bittere Vorwürfe darüber machte, daß sie es erduldenkönnten, den Römern Steuern zu zahlen und neben Gott noch sterblicheGebieter anzuerkennen." So weit Josephus.

Sechstes Hanptstück.

Wie um die Zeit der Erscheinung Christi, den Aussprüchen der Propheten gemäß, dieRegicrungsfolge der einheimischen Fürsten bei dem jüdischen Volke aufgehört und wieHerodes, der erste Ausländer, König desselben gewesen.

Damals herrschte Herodes als der erste Ausländer über das jüdischeVolk und die Weissagung Mosis(2) war somit in Erfüllung gegangen, daßkein Fürst aus Juda, kein Heerführer aus seinen Landen mangeln solle, bisder käme, für den es aufgehoben wäre. Von diesem versichert auch Moses,er werde die Erwartung der Völker seyn. Diese Weissagung war unerfülltgeblieben, so lange noch den Juden unter Fürsten aus ihrer Mitte zu stehenvergönnt war und diese fingen von Moses an und dauerten bis auf dieRegierung des Augustus. Unter diesem Kaiser aber erhielt Herodes, dererste Ausländer, von den Römern die Regierung über die Juden. Herodes warnämlich, wie Josephus berichtet, (Z) von väterlicher Seite ein Jdumäer, (4)von mütterlicher aber ein Araber. Nach Afrikanus, (5) einem gleichfallsausgezeichneten Geschichtschreiber, sagen die genanern Nachrichten über ihn,er sey ein Sohn des Antipater gewesen und dieser der Sohn eines gewissenHerodes von Askalon, (6) welcher einer von den Tempeldienern bei dem dasigen

(t) Im achten Hauptstück.

(2) 1 B. Mos. 49, 10.

(3) Eusebius sieht hier vermuthlich auf die Stelle Ziid. Alterth. 14, 11., wo Jose-phus erzählt, Antipater habe bei den Jdumäern in großem Ansehen gestanden und einarabisches Frauenzimmer, Namens Kypros, geheirathet, mit welchem er vier Söhne undunter diesen den Herodes erzeugt. Daß gedachter Antipater ein wirklicher Jdumäer vonGeburt gewesen, sagt Josephus im jüdischen Krieg 1,5. Stroth.

(4) Jdumäa war eine Landschaft in Palästina, welche an Judäa und das sumpfigeArabien grenzte. Sie war von dem mannabäischen König Johannes Hyrkanus zur Be-schneidung gcnöthigt und so mit der Judcnschaft zwangsweise verbunden worden.

(5) Näheres von Afrikanus siehe unten 6, 31. Was hier aus ihm von Herode»angeführt und im folgenden Hauptstück wiederholt wird, ist unrichtig, wenigstens wider-spricht es den Nachrichten des Josephus. Jüd. A. 14, 2., wo der Großvater des HerodeSnicht Herodes, sondern Antipas genannt wird. Von seinem Vater Antipater sagt Josephushier, daß er ein Jdumäer gewesen, ein reicher, unternehmender und thätiger Mann undFreund des Hvrkanus. Uebrigens kann Scaligcr, der sich auf den Josephus beruft, daßHerodes ein Jude gewesen, aus dieser Stelle am besten widerlegt werden. Josephus sagthier ausdrücklich:Nikolaus Damascenus habe behauptet, daß Herodes von den Fürsten derJuden abstamme, die aus Babylon nach Judäa gekommen, aber er habe dieß nur zuGunsten des Herodes und seines Sohnes gesagt, den das Glück aus den jüdischen Throngehoben hätte." Stroth.

(ö) Eine Seestadt in Palästina.