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Kirchengeschichte
Entstehung
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Einleitung. 7

gegebene Gesetz weiter bekannt wurde und sich gleich einem wohlriechendenDuft über alle Menschen verbreitete, da wurden von hier aus(l) die Gesin-nungen der meisten Völker durch die Gesetzgeber und Philosophen, welcheallenthalben auftraten, milder, und ihre thierische Wildheit und Barbareiverwandelte sich in Menschlichkeit, so daß ein tiefer Friede und Freund-schaft und Verkehr stattfanden. Da erschien zugleich mit dem An-fange des römischen Kaiserreichs endlich auch allen andern Menschen undVölkern der Erde, als welche schon früher Wohlthaten empfangen hattenund nun schon für die Annahme der Erkenntniß des Vaters empfänglichwaren, wiederum eben dieselbe Lehre der Tugend, und der Diener desVaters in allem Guten, das göttliche und himmlische Wort Gottes, als einwirklicher Mensch, welcher seiner körperlicher Beschaffenheit nach in nichtsvon unserer Natur verschieden war, und that und litt das, was den Weis-sagungen der Propheten entsprach. Diese hatten schon längst vorher ange-kündigt, es werde ein Gott und Mensch in Einer Person unter den Menschenerscheinen, wunderbare Werke verrichten und sich allen Völkern als einLehrer der wahren Verehrung seines Vaters erweisen. Uebcrdieß hattensie das Wunderbare seiner Geburt, seine neue Lehre und seine Wunder-werke, so wie die Art und Weise seines Todes, sein Auferstehen von denTobten und endlich seine Himmelfahrt vorausgesagt. Was ferner seinReich am Ende der Welt betrifft, so beschreibt der Prophet Daniel dasgöttliche Gesicht, das er mit gotterleuchtetem Blicke geschaut, nach mensch-licher Vorstellung auf folgende Weise: (2)Solches sah ich, bis die Stühlehingesetzt wurden, und der Alte setzte sich. Sein Gewand war weiß, wieSchnee und das Haar auf seinem Haupte wie reine Wolle. Sein Thronwar eine Feuerflamme und die Räder desselben brennendes Feuer. EinFeuersirom floß vor ihm. Tausendmal tausend dienten ihm und zehntau->,sendmal zehntausend standen ihm zur Seite. Er setzte das Gericht niederund die Bücher wurden geöffnet." Sodann heißt es weiter:Ich sah, undsiehe, mit den Wolken des Himmels kam einer, wie eines Menschen Sohn;er eilte bis zu dem Alten und ward vor diesen gebracht. Und ihm wardgegeben die Herrschaft, die Ehre und das Reich, daß ihm alle Völker,Stämme und Zungen dienen sollten. Seine Gewalt ist eine ewige Gewalt,welche nicht vergehen wird und sein Reich wird nicht aufhören." Dießkann man offenbar auf keinen andern, als auf unfern Erlöser, der im An-fang bei Gott war, auf den Gott Logos, beziehen, als welcher den NamenMeuschensohn wegen seiner nachmaligen Menschwerdung führt. Da ichindeß eine Auswahl derjenigen Stelleu der Propheten, welche von unserm

(1) Eusebius folgt hier der gewöhnlichen Annahme der Kirchenväter, daß die altenheidnischen Dichter, Philosophen und Gesetzgeber ihre Weisheit aus dem Judenthum geschöpfthätten! Namentlich sollten Pythagoras und Plato auf ihren Reisen nach Aegypten mit denheiligen Büchern der Juden bekannt geworden seyn und ihre besten Ideen daraus entnom-men haben.

(2) Dan. 7, 9. lv. 13. 14.