XIV Leben und Schriften des Eusebius.
'Thatigkeit des Eusebius weniger mehr die Begebenheiten seiner Zeit, alsschriftstellerische Arbeiten in Anspruch genommen zn haben; wenigstenshaben wir keine Nachrichten in ersterer Hinsicht, während noch ans demzwischen des Kaisers und seinem eigenen Tod liegenden Zeitraum einigeSchriften, z. B. die vier Bücher vom Leben Konstantins ans uns gekommensind. Eusebius starb höchst wahrscheinlich im I. Z40 und hinterließ denBischofssitz zu Casaren seinem Schüler Akacins, welcher eine Lebensbe-schreibung von seinem Lehrer verfaßte, die, wenn sie noch vorhandenwäre, uns ein treueres und vollständigeres Bild von dem Leben und denVerhältnissen des Eusebius geben konnte, als es die einzelnen zerstreuten,ans vielen Schriftstellern mühsam zn einem Ganzen zn vereinigendenNachrichten zu geben vermögen.
Eusebius war ohne Zweifel der vielseitig gelehrteste unter den kirchlichenSchriftstellern seiner, ja Origenes ausgenommen, der ganzen ältern Zeit, jedeSeite seiner zahlreichen Schriften beurkundet die auSgebreitetste Belesenheitnnd eine vertraute Bekanntschaft, nicht nur mit der christlichen, sondern auchProfanlileratnr; auch haben seiner Gelehrsamkeit selbst diejenigen Ge-rechtigkeit widerfahren lassen, die seine Rechtglänbigkeit verdächtigtenoder bestritten. Von dieser sind von jeher die Urtheile sehr verschiedengewesen, indem einige dieselbe vertheidigten, andere aber ihn einesmehr oder minder offenen oder verdeckten Arianismns beschuldigten; ge-iviß ist, daß er den neuen Formeln der Rechtglänbigkeit abgeneigt war,aber auch die Ansicht und die Ausdrücke des Anns als unschriftmäßigverwarf. Unter dem bunten Gewirre und wilden Getreibe der erhitztenParteien und des rücksichtslosen Egoismus derselben während der dama-ligen kirchlichen Gährnng zeigt Eusebius eine damals wenigstens höchstseltene und um so achtungswürdigere Friedensliebe und Mäßigung, selbstans die Gefahr hin, verketzert zu werden. Sein Antheil an den kirch-lichen Angelegenheiten seiner Zeit ist oben kurz berührt. Für seine Tüch-tigkeit und Gewandtheit in Geschäften spricht das ihm die Leitung solcherübertragende Zutrauen seiner Mitbischöfe und des Kaisers selbst. Ueber-haupt erhellt sowohl aus seinem Antheil an den kirchlichen Angelegen-heiten damaliger Zeit, als auch aus seiner schriftstellerischen Thätigkeit,daß Eusebius ein um die Kirche hochverdienter Mann war.
Wie umfassend die letztere war, mag am besten ein Verzeichnißseiner noch vorhandenen, so wie verlorenen Schriften beweisen. Unterdie erstern und zwar gedruckten gehören
1) Uarroöam) lcrropl« oder Chronik, ein die Geschichte von Anfangder Welt bis zum Concilinm von Nicäa umfassendes und in zweiBücher abgechecktes Werk. Die griechische Urschrift hat sich nurin Bruchstücken erhalten, indeß ist eine, freilich durch Hinweglas-snngen und Zusätze sehr entstellte, lateinische Übersetzung von