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1 (1921) Die vorrömische Zeit
Entstehung
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(Zarten), Campodumim (Kempten), Eburodununi (Yverdon), Noviodumnn(Nyon). Der Unterschied zwischen den durum- und dunum-Orten istnoch nicht aufgeklärt. .Jedenfalls aber sind an allen diesen Orten wegender günstigen Verkehrslage neben den schützenden Burgen blühendebürgerliche Siedelungen entstanden, die bis auf den heutigen Tag ihreBedeutung behalten haben. Den beiden römischen Confluentes(Koblenz an der Mosel- und an der Aarmündung) dürfte ein gallischesCondate vorausgegangen sein, aus dem auch der Name von Cannstatt(746 Condistat) abgeleitet wird (vgl. unten), auch manchem römischenPons (Pons Saravi = Saarburg i. L., Pons Dubis = Pontheux, PonsAeni = Pfunzen am Inn) ein gallisches B r i v a, wie Samarobriva ander Sambre und Briva Isarae an der Oise, wenn auch nicht immer genauan derselben Stelle. Am häufigsten, doch schon ziemlich spät, sind dieOrtsnamen auf - acon und - acus (römisch -acum und -acus, deutsch-ach und -ich), wie unsere Heim-Endung meist an Personen-Namen an-gehängt, wie Juliacum (Jülich), Tiberiacum (Ziverich), Marciacum(Merzig), Urciacum (Ürzig) usw., aber auch mit Götternamen verbunden,wie bei Mogontiacum (Mogon, Apollostadt = Mainz) oder mit Fluß- undBergnamen Antunnacum (Antella, Andernach), Brisiacum (Mons Brisiacus,Breisach).

ln den Fluß - und Bergnamen stecken aber auch noch vielevorkeltische Benennungen, die von den Kelten, oft mit leichter Sprach-anpassung, übernommen sind. Ob Bormita (Borbetomagus — Wormsnach der Pfrimm?), Argentorate (Straßburg nach Argenta — Jll?), Cam-bete (Cambes — Kembs), Larga (Largfluß, Largitzen) wirklich auf ligu-rische Stämme zurückgehen, wie oft angenommen wird, wollen wir dahin-gestellt sein lassen, wenn auch manches dafür spricht. In den NamenClarenna (Donstetten?), Aquileia (Aalen bzw. Heidenheim), Opie (Jpf),Losodiea (Munningen) usw. am rätischen Limes steckt aber zweifelsohnerätisch-illyrisches Sprachgut. Auch die noch unsichere Ableitung desNamens des Rheins muß von den alpinen Volksstämmen ausgehen, nichtden Galliern. Die Urnenfelderbevölkerung wie die folgende illyrische, diein der Hahstattzeit das ganze obere und mittlere Rheintal bewohnten,standen, nach dem oben Dargelegten, auf so hoher Kulturstufe, daß sie dengrößeren Flüssen und Bergen wie den bedeutenderen Dörfern sicherlichbesondere Namen beigelegt haben, vor allem dem Rhein selbst. DieKelten haben dann die alten Bezeichnungen namentlich da beibehalten, wostarke Reste der alten Bevölkerung sitzen bliebön, wie gerade amOberrhein.

Gehen wir jetzt zu der Betrachtung der wichtigsten Siedlungsgruppendieser Periode über.

Nr. 70. Die Fürstengräber der Stufe T, u n d T 2 von Besse-ringen und W e i ß k i r c h e n an der Saar, Schwarzenbach