Send-Schmben. 509
xenüz Zeugniß, gewesen, welcher im eilfften 8ecuio zu Nürnberg gelebet,und allda vielGutes gestifftet, auch nach seinem Tode zum NürnbergischenSchutz Patron erwehlet worden, :c. heißt dieses dann nun den HeiligenSebald unter die Undinger setzen? Das wird niemand sagen können.Das ist kein richtiger sondern ein wunderlicher Schluß, wann ich sagenwollte: Wer einige Lebens Umstände, einige Wercke und Thaten an einerPerson, eine uralte Legende verwirfft, derselbe setzet die Person unter dieUndinger, das ist, er saget, dieselbe sey nicht in der Welt gewesen. Ichwill die Sache mit einem Eremvel erläutern. Die Geschichte mit der im-ma oderLmma und LZinkuii-äo, ist eine uralte 'I'mällion, welche das (W-o-nicon I-aurisliamerlle umständlich P.m .io2.erzehlet und saget: Daß Lmmaeine Kayserliche Printzeßin,nemlich c-u-oii ^.Tochter, rZinNaicius aber,dessen Geheim Schreiber gewesen, welcher sich in die Kayserliche Prinzes-sin, und diese sich wieder in ihm verliebt; Dahero, als sich beynächtlicher Zeit bey ihr einsmahl eingefunden hatte, mittler Zeit aber einSchnee gefallen war, welcher beyde besorgend machte, es möchten mann-liche Fußstapssen beym herausgehen aus der Wohnung der Lmmn, wahr-genommen werden, dahero entschlösse sichemma, LZilMm-äum auf dem Rü-cken hinweg zutragen :c. Dieses erzehlen viele andere Geschicht-Schreibermehr. Der bekannte Hofmai,>w IDaldau hat so gar auch Briefe in Ver-sen darvon aufgesetzt: Hingegen sind doch einige, welche sowohl, daß diesexmma cm oU ki. Tochter sott gewesen, als auch das andere, so zwischen Hey-den soll vorgefallen seyn, verabneinen. Siehe unter andern Ioh. Phi-lippen von Vohburg, v. x. p. 405. und Herrn Hof-Rath ^-truven, in norisaä Cluonicon I.nu> iskamenU-, p. m. Ivz. Wann nun jemand sagen wolte,wer derkmmX Lebens-Umstände und Thaten 6-chumlich macht, der setzetsie unter die Undinger, so wäre dieses ein recht einfältiger Schluß. Nocheins: Der Heilige Cunegundä, Kaysers ^em-wi 11. oder 8unAi GemahlinKeuschheit, wird in Legenden und Chrom'cken gerühmt und hercuts gestri-chen, welche doch der ?iof.^V/co/.///6^o».Gundling in dem m.Theil seinervtioi um in zweiffel ziehet, und dieselbe sehr ci itiliret. Wann nun jemandmit diesem Licht- scheuenden des Send - Schreibens ai-Zumennren,und sagen wollte: Gundling hat der Heilige Cunegundä Lebens Umstände,hauptsächlichste Wunder und Thaten, auch anders mehr ll-iputiilich ge-macht , derowegen hat er die Heilige Lune^unchi unter die dlvn-Lmia oder
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