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Gehorsamstes Promemoria
wegen des Zehnten zu Rohrberg im Eiehsfelde, so die Hochadel. Familie von Hanstein derZwehlisehen Familie zum Mannlehen verliehen hat. 19. 3. 1785.
Von der Hochadel. Familie von Hanstein im Eichsfelde relevirten die ZwehlischeVasallen verschiedene, sowohl gesamt — als privat Mannlehne. Unter die Gesamtlehne gehöretder in der Anlage sub Lit. A sub No. 4 bemerkte „Zehnde in und vor dem Dorfe Rohrberg imHolze und Felde mit allem Zubehör", so wie solches in dem unter dem 29 ten Sept. 1661 aus-gefertigten und in der Abschrift sub B anliegenden Lehnbriefe, desgleichen in dem Lehn Reversesub C vom Jahre 1661 mit mehrern ausgedrückt ist. Nach Inhalt der unter dem Buchstaben Bund C angeführten Urkunden, und dem sub Lit. D anliegenden Schemate genealogico war derKurmaynzische Rath, Stadtschultheiss und Landschreiber Johann von Zwehl der primus acquirensdieses Zehndens, welcher solchen von dem Herrn Hieronimus Thilesius zu Mühlhausen mitLehnsherrlicher Einwilligung erkauft, und hierauf von der hochadeligen Familie von Hansteinals ein Mannlelme recognoscirt hat.
Nach Absterben des vorbemeldeten Landschreibers Johann Zwehls wurden dessen beideSöhne Jobann Christoph und Georg Wilhelm nach Zeugnis der unter B und C angerufenen Ur-kunden mit den sämmtlichen Gesammt Leins-Grundstücken und unter diesen auch mit demRolirbergischen Zehnden abermals investirt. Bey der brüderlichen Erbvertheilung aber wurdeunter andern der Gesamt-Lelm-Zelmde zu Rohrberg zusamt den bevden privat Lehnhäusern inHeiligenstadt an der Altenstädter Kirche, dem Georg Wilhelm von Zwehl zur Erbschaft zugetheilet.
Dieser Georg Wilhelm hat sich zu dreyenmalen verheyrathet, und zwar zum erstenmalmit Anna Elisabetha von Geyer aus Kölln, aus welcher Ehe der im Jahr 1775 ledig verstorbeneHauptmann Constantin von Zwehl (vid: Lit. D) abstammt. 2 ) Zum zweytenmal mit Anna vonGeismar aus Warburg, aus welcher Ehe der den 29. Januar 1784 ^ ledig verstorbene JobstAdrian v. Zwehl entsprossen ist, 2 ) und zum drittenmal mit Anna Catharina Engel, in welcherEhe er den ledig verstorbenen Johann Christoph gezeuget hat.
Diese dritte Ehefrau des Georg Wilhelm von Zwehl, welche ihren im Jahr 1698 ver-storbenen Ehemann überlebet hat, war die Schwester der Ehefrau des bekannten KanzleyrathsTheodor von Steinmetzen, welcher nebst vielen anderen Zwehlisehen Erbschaftsstücken unterandern auch seiner Schwiegerin, der Zwehlisehen Wittbe, den vorbemeldten RolirbergischenZehnden abgenommen und sich zugeeignet hat.
Da aber benannter Herr Kanzleyrath von Steinmetz die Besorgnis voraussähe, dass überkurz oder lang diese Anmassung eines Zwehlisehen Mannlelins zur Sprache kommen und er oderdie Seinigen bey dessen Besitz nicht sicher seyn möchten, so hat derselbe nach den vorhandenenNachrichten mit der hochadel. Familie von Hanstein dahin die Uebereinkunft oder Tausch ge-troffen, dass er von benannter Familie die in dem Ort Siemerode damals existirte IlansteinischeErbenzinsgüter erhalten und dagegen den Rohrbergischen Zehnden der Hochadel. Familie vonHanstein wieder zurück gegeben hat.
Dieses Factum hat seine Richtigkeit, und wird zum Theil durch die sub Lit. E an-liegende gerichtliche Urkunde de dato d. 4 ten April 1754 bestätiget, wo es unter Ziffer 7 heisst:,,Weilen hiernechst die Herren v. Zw 7 ehl den inne gehabten Rolirbergischen Zehnden mit Consens(:wird widersprochen:) an Herrn von Steinmetz, und dieser solchen wieder an Herrn General-major von Hanstein auf Besenhausen verkauft, so sind pp."
] ) Muss heissen: 31. Dezember 1784.
2 ) Enkel Georg Wilhelms von Zwehl.