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Urkunden-Buch der Familie von Zwehl : nebst Kunstbeil., Textbildern, Stammbäumen u.e. Anh., enth. Beitr. zu e. Familiengeschihichte
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femt liegenden Orte Flinsberg wieder gefunden und zu meiner Mutter nach Uder gebracht wordenbin. Diese Begebenheit hat meiner.Mutter, die nichts anderes glauben wollte, als dass ich gleichmehreren im Brande umgekommen sei, ebenfalls die peinlichsten Sorgen und Unruhe gemacht."

Am Morgen nach dieser schrecklichen Nacht hatte das Feuer 405 Häuser nebst den dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden, Stallungen und Scheuern vernichtet. Nur die windische Gasse,wo das Feuer entstanden, die Gegenden am Casseler Thor, beim Stift und der Knickhagen bis ansGöttinger Thor blieben verschont.

Der Schaden war enorm. Die unglücklichen Einwohner hatten fast all ihre Flabe eiii-gebtisst und wussten nicht, wo sie ihr Haupt niederlegen sollten. Einige zogen auf die nächstenDörfer, andere fanden liebreiche Aufnahme bei den wenigen Mitbürgern, deren Häuser beimBrande verschont geblieben, wieder andere bereiteten sich ein kärgliches Unterkommen inihren Kellern.

Das alte Fleiligenstadt war zerstört, ein neues» schöneres sollte sich aus seinen Trümmernerheben. Am 15. April desselben Jahres wurde den Einwohnern der kurfürstliche Befehl bekanntgemacht, dass ein jeder innerhalb zwei Jahren auf der Brandstätte ein zweistöckiges Haus vonbestimmter Ausdehnung errichten solle, wofür der Kurfürst eine zehnjährige Kontributionsfreiheitgewähren würde.

Eine neue Bauordnung wurde vorgeschrieben, die Strassen wesentlich verbreitert undmöglichst gerade angelegt, die Einwohner für ihre Grundstücke, die zu den Strassen gezogenwurden, nach der Taxe entschädigt. In den Jahren 1747 und 1749 liess der Magistrat eine Alleevon Lindenbäumen in der Altstadt anlegen, die jetzige Lindenallee. Zwanzig Jahre später wurdeeine andere Allee auf dem Marktplatz beim Kathaus gepflanzt. Die Bürger wurden angehalten,das durch den Brand verdorbene Pflaster durch ein neues zu ersetzen und vor ihrenHäusern pflastern zu lassen, was auch geschah. Ums Jahr 1770 wurde auch die Mitte derStrassen, die bis dahin ungepflastert war, mit einem Pflaster versehen und bei dieser Gelegenheitdie alten Brunnen entfernt und an den Seiten der Strasse angebracht.

Heute, nach anderthalb Jahrhunderten, hat sich wohl nur bei wenigen durch Erzählungspärliche Kunde von der damaligen Not unserer Urväter erhalten. Durch die alles heilende Zeitsind auch die damals entstandenen Schäden ausgeglichen, zu neuem Wohlstand ist Heiligenstadterblüht, möge es weiter blühen und niemals wieder von einem derartigen Unglück heim-gesucht werden!

Verschiedenes.

Der v. Zwehlsehe Grundbesitz im Jahre 1652,

Die Familie besass: 1. den halben Zehnten zu Grossen-Lengcle bei Göttingen, 1 ) 2. diePapier- und Leine-Mühle mit ihrer Circumserentz und die an die Mühlen stossenden Gärten undWiesen bis an die Sperberswiesen, 3. den ganzen Stadtgraben vom Casseler Thor bis an die

») S. Urk. NI. Diesen halben Zehnten erhielt Johann v. Zwehl von (1er Kurmainz für seine, dem Erzstiftim dreissigjährigen Kriege geleisteten Verdienste, zum Geschenk. Die andere Hälfte besass die Familie v. BodenhausenIm Jahre 1734 ging der von Zwehlsehe Anteil an die gräfliche Familie v. Görtz über, die ihn für 1200 Thaler von der'Kurmainz als Mannlehen erhielt. Alle Versuche des Oberlandgerichtsassessors Herwig Christoph v. Zwehl, dies Lehenunserer Familie zu erhalten, waren vergeblichj die kurfürstliche Hofkammer zu Mainz entschied,dass die 1 amiliev. Zwehl für das, was sie dem Kurfürstentum ehemals geleistet, den Zehnten lange genug besessen habe'.' v. ZwehlschesFamilienbuch.

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