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Urkunden-Buch der Familie von Zwehl : nebst Kunstbeil., Textbildern, Stammbäumen u.e. Anh., enth. Beitr. zu e. Familiengeschihichte
Entstehung
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Ausgewählte Urkunden.

i.

Hans Henrich von Hanstein, Geismarscher Linie, Otten seel. Sohn, belehnt Johann Zweel miteinem Hause und Garten an Unserer lieben Frauen Kirchhof zu Heiligenstadt,so vorherPeter Engelhardt S. und sein Weib zur Leibzucht getragen:' 2. 6. 1611.

Ich Hanss Henrich von Hanstein, Otten S. Bohne, bekenne mit diesem offenenversiegelten Briewe vor mein undt meiner Brüder undt Vettern (Christoph Wilhelm undt Ottogebrüdere, Tihlo Albrecht Kersten S. Sohn, dan Jost Henrich Jeörge Tliilo gebrueder Friedrich,Johan Sinert undt Adoipli Ernst gevettern all von Hanstein) -wegen alss der Elteste, das ich aufvorgehender einhelliger Verwilügung Johann Zweel zur Zeit Churfl. M. Oberamtsschreiber zurHeiligstadt undt seine Mahnliche leibslehns Erben, wie mahnlehns rechtundt gewohnheit ist würklich beliehenhaben mit unserm dem von Hansteinhaus undt garten, so Peter Engel-hardt S. undt sein Weib von unss zurLeibzucht 1 ) getragen bey unser liebenFrawen Kirchhof gelegen, mit dieseranhangen der fernerer bewilligungewo ferne er ohne mahnliche Leibs-lelm-Erben Thodes verfahren solte,dass seine nachgelassene Wiedweundt Tochter die Leibzucht ansolchem Hause haben undt behaltennsollen undt ich Hanns Henrichvon Han stein wil solches lehns-halber sein Johann Zweels undt v. Zwelü'sches Lehn- und Frei-Haus am Altstädter Kirchhof zumitbelelmter bekenniger Herr unnd Heiligenstadt Nr. 378, jetzt katholische Bürgerschule.

Wehr sein vor aller llechtlichen Ansprache, so oft dasselbe von Nöthen seyn wirdt sonder gefehrde.Dagegen liatt obgedachter unser lehnmahn sich verpflichtet solche behausunge undt Gärtten in Standundt besserunge zu erhalten, unsern Schaden zu warnen, Nutz zu werben undt alles zu praestiren,was einem getreuen Lehenmahn Eignet undt gebühret, auch auf begebenden Fahl wie üblich dieLehn zu muten unnd emphahen. Zu mehrer uhrkundlichen Sicherheit habe ich Hans Henrichvon H an stein obgedacht diesen Lelmbrief mit meinem adelichen angebornen Siegel untertruckt.

Geschehen undt geben den 2. Juni Anno 1611.

(L. S.)

Hiervor einen halben Heid isthaler Taxgeld gegeben.

') Leibzucht, Leibgedinge, Leibrente bedeutet eine für das Leben eines Menschen bedungene Nut.zniessung,besonders das der Ehefrau vom Ehemanne angewiesene Grundvermögen, welches sie nach seinem Tode zum lebenslänglichenGenuss haben soll. Man bezeichnet wohl auch das Witwentum als Leibzucht. Im weiteren Sinne bedeutet Leibzuchtsoviel als Altenteil.