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Urkunden-Buch der Familie von Zwehl : nebst Kunstbeil., Textbildern, Stammbäumen u.e. Anh., enth. Beitr. zu e. Familiengeschihichte
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wurde vom Stifter der NameSchlesische Stiftung" beibelegt. Zugleich bestimmte Aug. Gebelin seinem Testament vom 20. Juli 1858, dass nach dem Ableben seiner Frau dieser Stiftungnoch 2000 Gulden Mettalique überwiesen werden sollten. Diese Schenkung wurde am 12. August 1889im Betrage von 4827 Mark 32 Pfennig vom Magistrat in Erfurt gezahlt.

5. Der Bischöfliche Kommissarius, Domkapitular und Pfarrer ad B. M. Virg. zu Heiligen-stadt, Joseph Nolte, vermachte der Anstalt in seinem Testament 1050 Thaler ohne weitereBestimmung.

6. Der vormalige Waisenvater, Lehrer emcr. Nicolaus Schilling, verstorben 9. März 1855zu Hochheim bei Erfurt, vermachte in seinem Testament vom 10. September 1846, publicirt den12. März 1855, dem Knabenwaisenhaus-Fonds 400 Thaler olme weitere Bestimmung. DieserBetrag ist im Jahre 1870 gezahlt.

7. Der emer. Pfarrer Jacob Petri zu Heiligenstadt vermachte der Anstalt 1000 Mark mitder Bestimmung, dass die jährlichen Zinsen mit 4°/o bis zu seinem und dem Tode seinerSchwester Margarethe gezahlt werden und dass nach dem Ableben beider Teile von den Waisen-kindern jeden Mittwoch Abend die Litanei vom heiligen Joseph und des Sonntags die laure-tanische Litanei für sie, ihre verstorbenen Eltern und Anverwandten gebetet werde.

8. Durch Testament vom 25. April 1892 vermachte die Wittwe Caroline Zwingmanngeb. Zehrt, dem Waisenhause 1000 Mark.

Auf diese Weise kam allmählich ein ziemlich bedeutendes Kapital zusammen, das sichgegenwärtig auf fast 80000 Mark beläutt.

Die Waisen wohnten ursprünglich in dem alten von Zwehischen Hauseoben an derStrassen", jetzigen Wilhelmsstrasse. Dies Haus wurde beim grossen Brande (1739) zerstört unddie Stätte später zum Polizeihaus (Zuchthaus) gezogen. Man brachte dann die Waisen im vor-deren Theile dieses Gebäudes unter. Da aber auch dieses am 30. September 1747 abbrannte,kaufte die kurfürstliche Legierung das Haus No. 42 in der unteren Altstadt am Göttinger Thorund verlegte die Anstalt dorthin. In diesem alten Gebäude verblieb sie bis zum Jahre 1878. *)

Im Jahre 1873 brach die granulöse Augenkrankheit im Waisenhause aus, sodass maneinige besonders schwer erkrankte Zöglinge in die Augenklinik nach Göttingen schicken musste.Trotz energischer Massregeln war es nicht möglich, der Krankheit Herr zu werden, sodass derLat gezwungen wurde, am 6. November 1876 die gesunden Knaben in das Mädchenwaisenhaus, dieerkrankten Zöglinge dagegen in's Krankenhaus zu entlassen. Nach einiger Zeit wurde die Anstaltnach gründlicher Desinfektion wieder eröffnet. Das nächste Jahr brach die Krankheit von neuemaus und dauerte bis zum Jahre 1878 ununterbrochen fort. Nach ärztlichem Gutachten sollte derAnsteckungsherd im Hause liegen. Da die Regierung drohte, die Anstalt schliessen lassen zuwollen, beschloss der Rat, das alte Gebäude abzubrechen.

Man erbaute an derselben Stelle das jetzige schöne, massive Haus, das allen modernenAnforderungen entspricht. Es enthält hohe, luftige Zimmer, ansehnliche Schlaf- und Esssäle,einen bequemen Waschraum, Badezimmer mit zwei Wannen und eine geräumige Hauskapelle, inder für die Zöglinge wöchentlich dreimal die heilige Messe gelesen wird. Auf dem Hofe befindensich die Stallungen für die Kühe, Schweine, Hühner und Enten. Dicht neben der Anstalt amGöttinger Thor liegt ein grosser, sehr gut gehaltener Garten, dahinter befindet sich ein Obst- undGrasgarten 2 ) mit vielen Obstbäumen und einem Fischteich. Dieser Garten wird von der Leine undStadtmauer begrenzt und vonZwehls Garten" durch die Geislede mit der Wasserkunst getrennt.

') Zur Zeit der westfälischen Herrschaft soll das Waisenhaus auf kurze Zeit aufgelöst und die Kinder beiPrivatleuten untergebracht sein.

2 ) Diesen Garten, den sog. Stadthalterei-Garten, hat der Rat für die zum Waisenhaus gehörigen Ochsen-wiesen eingetauscht.