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Urkunden-Buch der Familie von Zwehl : nebst Kunstbeil., Textbildern, Stammbäumen u.e. Anh., enth. Beitr. zu e. Familiengeschihichte
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Es scheint aus den Einkünften des Glesenerschen Vermögens zunächst ein Kapital von5000 Thalern gesammelt und dann die Anstalt im Jahre 1729 eröffnet zu sein.

Im Laufe der Jahre wurde das Grundkapital durch verschiedene milde Stiftungen vermehrt:

1. Im Jahre 1757 stiftete die Wittwe des Regierungsrats von Steinmetz 1000 Gulden,damit die Knaben von den Interessen einHandwerk erlernen könnten.

2. Die Wittwe Agnes Petri, geborenePräger überwies der Anstalt ihre Grundstückeaus 9 5 /s Acker Land und 2 Bergen bestehend,damit von dem Ertrage die Waisenknabenals Handwerker ausgebildet und mit neuenKleidungsstücken versehen werden könnten.

Diese Fundation wurde von ihren Söhnen,den Pfarrern Heinrich Ignatz und Adam Petrilaut Urkunde vom 19. September 1789 aus-drücklich bestätigt.

3. Der Kommissariats-Assessor, Pfarrerad St. Aegidium, Grossheim, vermachte derAnstalt in seinem Testament vom 19. Oktober1838 einhundertfünfzig Thaler ohne weitereBestimmungen.

4. Auf Grund einer Schenkungsur-kunde des Regierungs-Direktors a. D. AugustGebel (Goebel) d. d. Erfurt, den 29. Dezember1825 ist Ende des Jahres 1832 dem Magistratzu Erfurt die Summe von 328 Thaler 7 Pfennigzur Verwaltung mit der Bestimmung überwiesen, dass die Zinsen dieser Summe solange zumKapital geschlagen, werden sollten, bis sie die Höhe von 2000 Thalern erreicht, und dass danndie eine Hälfte von 1000 Thalern dem Magistrat zu Heiligenstadt überwiesen werden sollte,damit aus den Revenuen dieses Kapitals ein Waisenknabe unterhalten werde. Dieser Schenkung

Antwort, schuldig. Johann Wolf, der es bitter beklagte, dass Giesener kein Denkmal in Heiligenstadt habe, fühlte siehbewogen,so abhold ihm auch die Musen seien", dem unvergesslichen Manne einige Verse zu widmen:

Qui jacet hic, pater a numerosa prole vocatur;

Nulla licet casto foemina tacta viro.

Nec patris officium, nec nomen habere volebatVivvts, post mortem nactus utrumque fuit.

Et merito: pueros nam pascit, vestit, adoptat,

Queis proprios rapuit mors properata patres.

Glaesner ei nomen, vita qui coelibe functus,

Nunc melier tuus est, orphana turba. pater.

Gesch. d. St. Heilig. § 68.

Nicht minder schmerzlich berührt es den Geschichtsfreund, dass selbst Johann Wolf, den ProfessorDr. Schneiderwirth in seinen Tabellen mit Recht den Vater der Eichsfeklischen Geschichte nennt, kein Denkmal aufdem ganzen Eichsfelde besitzt.

Warum erhält Heiligenstadt, sich selbst zum Ruhme, nicht die Erinnerung an seine grossen Männer undWohlthäter dadurch aufrecht, dass es, wenn die Kosten zu einem Denkmal nicht zu beschaffen, dem Beispiel andererStädte folgend, wenigstens Strassen oder öffentliche Plätze nach ihnen benennt?

0 Aeltere Nachrichten über das Waisenhaus fehlen fast ganz. Die früheren Waisenväter scheinen dieWaisenhausakten als ihr Privateigentum betrachtet zu haben, wodurch sie zerstreut wurden und verloren gingen.Erst vom Anfang dieses Jahrhunderts an werden ordnungsmässige Akten vom Stadtrat geführt.

Katholisches Knabenwaisenhaus zu Heiligenstadt

im Jahre 1706 gestiftet.