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während seines dienstlichen Aufenthalts in Fritzlar im Jahre 1739 von dem Oberamtmannv. Weitershausen den Auftrag, dies Haus für die v. Ilarstalls zu verkaufen. Er erwarb es selbst,musste aber, bevor er einziehen konnte, einen dreijährigen Process mit dem Rat Wenzel vonIvaisenberg führen, der für einen jährlichen Mietzins von 50 Thalern (!) das Haus mit allen zu-gehörigen Aeckern und Wiesen im Besitz hatte und nicht weichen wollte. Herwig Christophliess das Haus vollständig renoviren und ums Jahr 1742 den einstöckigen Anbau mit derEinfahrt machen.
Hinter dem Hause befindetsieb ein geräumiger Hof mit Stallung,
Scheunen und Wagenremisen, wäh-rend der Garten seitwärts des Hauses,nach dem Knickhagen zu, liegt. Beider Erbverteilung im Jahre 1794erhielt der Hofkammerrat Christ.
Anselm v. Zwehl das Haus mitden dazu gehörigen Ländereien. Alseinige Jahre nach seinem Tode diehinterlassene Wittwe Caroline vonZwehl, geb. von Wintzingerode,
Heiligenstadt verliess und sich aufihr Besitztum in Wintzingerode zu-rückzog, wurde das Haus verkauft.
Jetzt gehört das Gebäude, welchesseinen herrschaftlichen Charaktervollständig verloren hat, dem zu Münden wohnenden Fabrikanten Schäfer, von dem es alsMietshaus eingerichtet ist. Wenige Schritte hinter dem Hause befindet sich der durch HerwigChristoph v. Zwehl hergestellte Eingang durch die Stadtmauer in „Zwehls Garten!' 1 ) Dervon hier aus direct zur Papiermühle führende Fussweg ist nicht mehr vorhanden, der Eingangzu ,,Zwehls Garten" vielmehr durch ein eisernes Gitterthor geschlossen.
2) das Haus Nr. 292 an der Wilhelmstrasse. Dies, vom sogenannten Reformator undSchultheissen zu Uder, Andreas Reuter, erbaute Haus, erhielt am 14. März 1616 vom Stadtratdie Freiheit von den gewöhnlichen Abgaben. Am 18. Mai desselben Jahres erfolgte hierfür diekurfürstliche Bestätigung. Nachdem Reuter am 13. Januar 1618 auf dem Jakobskirchhof zuHeiligenstadt hingerichtet war, erwarb Johann Zwehl von der kinderlosen Wittwe Reuterssowohl dies Haus, als auch das Reutersche Gut zu Uder. Nach dem Tode Johann Christophv. Zwehls im Jahre 1707 kaufte dessen Schwiegersohn und Dienstnachfolger, Rudolph Bertramv. Kaisenberg, dem unmündigen siebenjährigen Erben Herwig Christoph v. Zwehl das Hausmit allem Inventar, den Wirtschaftsräumen, Stallungen und Gärten für den auffallend billigenPreis von 1100 Thalern ab.
Später kam das Haus an den Geheimrat Frhr. v. Hagen und von diesem auf seinen Sohn,den Kurfürstl. Mainz'schen Kammerherrn Hugo Franz v. Hagen, der ein drittes Stockwerk aufsetzenliess. Jetzt befindet sich in dem Hause das der Wittwe Jahn gehörige Hotel „Preussischer Hof".
Seiner Zeit muss das Gebäude eins der stattlichsten Heiligenstadts gewesen sein. Hiervonzeugen die massiven Mauern, tiefen Fensternischen, hohen, grossen, luftigen, teilweise mitschönen Stuckdecken versehenen Zimmer, sowie die breite, aus Eichenholz geschnitzte Treppe.
v. Zwehl'sches Freihaus im Knickhagen Nr. 24,
im Jahre 1606 erbaut.
0 Jetzt im Besitz des Fleischermeisters Christian Gerling; die daneben liegenden Sperberswiesen gehörendem Maschinenfabrikanten Carl Kühne.