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Urkunden-Buch der Familie von Zwehl : nebst Kunstbeil., Textbildern, Stammbäumen u.e. Anh., enth. Beitr. zu e. Familiengeschihichte
Entstehung
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flüchten und das Land verlassen musste. Als Zwehl im Jahre 1636, nach dem Prager Frieden,auf das Eichsfeld zurückkehrte, scheint auch die Mühle wieder aufgebaut zu sein. Im Jahre1652 war sie jedenfalls wieder vollständig im Betriebe. Johann von Zwehl vermachte die Papier-und die daneben stehende Leine-Mühle seinen beiden Söhnen Johann Christoph und Georg Wilhelmim voraus", die sich dann dahin geeinigt zu haben scheinen, dass Johann Christoph als derälteste die Papier- und Georg Wilhelm die Leine-Mühle erhielt.

Bis zum Tode des Seholasters Herwig von Zwehl im Jahre 175.1 verblieb die Mühle inununterbrochenem Besitz der Familie von Zwehl. Der Scholaster v. Zwehl hatte versprochen, dassdas seinem Neffen, dem siebenjährigen Herwig Christoph v. Zwehl, bei der Erbvertheilung imJahre 1707 durch gewissenlose Verwandte zugefügte Unrecht wieder gut gemacht und namentlichdie Papiermühle der Zwehischen Familie erhalten bleiben solle; allein bei der Eröffnung desTestaments stellte es sich heraus, dass auch die verwandten Familien Teizel und v. Kaisenbergmit je einem Drittel an fraglicher Mühle participirten. Nach dem Tode des BürgermeistersHerwig Christoph v. Zwehl fiel das Zwehlsehe Drittel an seine drei Söhne Carl, Christoph undHerwig.

Carl trachtete danach die ganze Papiermühle wieder in Zwehlschen Besitz zu bringen; er-kaufte daher im Jahre 1774 den Teizelschen Anteil für 1646 Thaler 10 Groschen und im Jahre1781 den Kaisenbergschen Anteil. Die Kaufsumme für letzteren ist nicht mehr genau festzu-stellen, da verschiedene Zwehlsehe Ländereien den Kaisenbergs für die Mühle in Tausch gegebenwurden, man dürfte jedoch nicht fehlgehen, wenn man den Kaufpreis ebenfalls zu 1646 Thaler10 Groschen annimmt. Im nämlichen Jahre erwarb Carl den ganzen Zwehlschen Anteil für sichallein. In der Berechnung mit seinem Bruder Christoph ist dies Drittel zu 2200 Thaler aufge-führt, 1 ) so dass Ersterer für den Preis von 5492 Thaler 20 Groschen alleiniger Besitzer der Mühlewar. Zu dieser Summe kamen noch 1600 Thaler für notwendige Reparaturen.

Im Jahre 1816 wurde durch die Hofrätin Johanne von Zwehl geb. d'Ester für 1106 Thalerauch der sogenannte Plocksche Garten, wegen des von dort kommenden Wassers, das die Papier-mühle notwendig zu ihrer Arbeit gebrauchte, hinzugekauft. Rechnet man dann noch ein undeinhalb Acker Zwehlsehe Erbländerei, zu 150 Thaler geschätzt, so war der reelle Werth der Mühle8348 Thaler 20 Groschen. Die gerichtliche Schätzung im Jahre 1806 ergab jedoch einschliesslichder Privilegien nur einen Werth von 6000 Thalern.

Unsere Familie betrieb die Papierfabrikation nicht selbst, sondern hatte die Mühle ver-pachtet. Der Pachtpreis betrug z. B. in den Jahren 1816 bis 1827 je 440 Thaler, macht in12 Jahren 5280 Thaler, davon sind jedoch an Reparaturen und Steuern etwa 1200 Thaler inAbrechnung zu bringen. 2 )

Der Besitzer, Hofrat Carl von Zwehl, bestimmte in seinem Testament, 3 ) dass die Papier-und Leine-Mühle zunächst für 2 Generationen ein Fideicommiss bilden solle, jedoch mit derClausel, dass es seiner Gattin unbenommen sei, nach seinem Ableben, ihrem Wohlgefallen undGutbefinden gemäss, dieses zu ändern.

Wie schon erwähnt, hatte Johann v. Zwehl die Leine- und Papiermühle seinen beidenSöhnen im voraus vermacht. Seit dieser Zeit von einander getrennt, waren die Mühlen vegendes gemeinschaftlichen Mühlen weh rs 4 ) und Wassergrabens ein beständiger Änlass zu Zwistigkeitenin der Familie geworden.

>) und 2 ) Diese Angaben sind demBericht über den Verkauf der v. Zwehlschen Mühlen" von Theodor

v. Zwehl entnommen.

3 ) S. Urkunde Nr. XXXII.

*) Das Mühlenwehr ist aus mächtigen Quadersteinen aufgeführt. Da aber die Leine ein Bergwasser, somitein reissendes Wasser ist, das auch im Winter viel Eis führt, so war das Wehr einem Durchbrach beständig ausgesetztund verursachte viele Kosten.